Die vierte Generation nach der Teilung von 1504, allen voran Karl L, ist dann 1599 wieder katholisch geworden. Die Gründe sind naheliegend: Auch das einflussreiche Geschlecht derer von Liechtenstein konnte sich auf die Dauer dem Druck der Habsburger, die auf Rekatholisierung drangen, nicht entziehen. Immerhin besuchte Karl noch evangelische Schulen und war mit dem etwa gleichaltrigen Karl von Zierotin, dessen katholischer Widerpart in Mähren er später werden sollte, befreundet. Weil jener Ende der achtziger Jahre des 16. Jahrhunderts in Genf studierte und mit Karl von Liechtenstein eine Frankreichreise unter- nahm, vermutete Falke,13 auch Karl sei in Genf Student gewesen. Tat- sächlich haben Nachforschungen in Genf (Bibliotheque Calvinienne, Mme Micheline Tripet) ergeben, dass Karls Hauslehrer Gaspard Laurent Vorlesungen an der Akademie hielt — allerdings konnte er sich neben der Hauptaufgabe als Hauslehrer nur für vier Wochenstunden ver- pflichten. Diese Angaben stützen sich auf das «Registre de la Compagnie des Pasteurs» (Band 5, 1583—1588), wo in einer Anmerkung des wissenschaftlichen Apparates auch zu erfahren ist, dass Karl im Juli 1585 in Basel als Student eingeschrieben wurde (Registre, Bd 5, Sten 155, 169, 172). Bis ins letzte Jahr des 16. Jahrhunderts teilten die Herren von Liechtenstein also den Glauben der Evangelischen. Aber mehr noch: Sie waren es, welche als erste dem verfolgten Völklein der Wiedertäufer Schutz und Lebensraum gewährten. Gar noch mehr: Einer von ihnen, Leonhard I. (1482 —1536), war der erste Adlige — und einer der ganz wenigen überhaupt — der sich im Erwachsenenalter taufen Hess, Anhänger der als Ketzer verschrieenen Täufer wurde und seine Güter zum Zufluchtsort Tausender von ihnen werden Hess. Dazu verhalf ihm Balthasar Hubmaier. 13 Falke, Bd 2, Sten 128 129. 125
        

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