wer es auch immer war.»1 Der Landeshauptmann von Mähren, Johann von Pernstein, 1526—1528, in dessen Regierungszeit der Beginn der Täuferbewegung in Mähren fällt — «war einer der bedeutendsten Ver- treter der religiös bewussten mährischen Edelleute der Reformations- zeit, welche die Markgrafschaft zu einer Insel der Religionsfreiheit machten.»2 Ob selbst hussitisch (wie Pernstein) oder nicht, jedenfalls oft mit dem (katholischen) Kaiser in Fehde und auf Unabhängigkeit bedacht waren auch die Herren von Liechtenstein. Ihre Besitzungen lagen ja ausgerechnet im Grenzgebiet der Einflussbereiche Habsburgs (der Erb- lande) und Böhmen/Mährens. Sie mussten immer neu ihre Eigenstän- digkeit durch Widerstand gegen Wien und Prag behaupten. So brachte es etwa Heinrich von Liechtenstein 1473 durch seine Treue zum böh- mischen König zum «Statthalter des Matthias in dessen Fürstenthume Mähren». Er und andere mährische Adlige benahmen sich darauf sehr selbstbewusst und «legten an der Donau wie an den Landstrassen neue Zölle an und schrieben Steuern aus». Nicht einmal der Kirchenbann, der ihnen angedroht und der dann auch wirklich ausgesprochen wurde, konnte sie botmässig machen.3 Auf diesem Hintergrund spielt sich das Kapitel «Die Wiedertäufer auf den Gütern der Herren von Liechtenstein in Mähren» also ab: Kirchlich und politisch ist man es gewohnt, eigene, mitunter den Ab- sichten des Kaisers zuwiderlaufende Wege zu gehen. Oder, um es mit dem Fach-Lexikon zu sagen: Das liechtensteinische «Nikolsburg wurde im dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts als erster Mittelpunkt des mährischen Täufertums bekannt. Um dies zu verstehen, muss voraus- gesandt werden, dass Mähren fast das ganze 16. Jahrhundert hindurch als das gelobte Land kirchlicher Toleranz gegolten hat.»4 1 Hruby, 1, Ste 3. 2 Bergsten, Sten 400/401. 3 Falke, Bd. 1, Ste 489. 4 Menn. Lex. Bd 3, Ste 256. 122
        

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