reichende ungarische Mantel74 wurde, wie erwähnt, ebenfalls von Peter Anton D i e r c k e s hergestellt. Die Pelze dazu lieferte der «k. k. Leib- und Hofkierschner» Friedrich Andreas D i e 1 b r i c h . Es handelte sich dabei allgemein um «2 Campagni Peltz» zu je 12 Gulden und um zwei rotsamtene Galapelze, die der Kürschner mit feinem «moscowiti- schen», d. h. russischen Zobel verbrämte. Die Kosten dafür betrugen je 43 Gulden.75 Ähnlich wie bei den Haiduken bestand auch die Kopf- bedeckung der ungarischen Edelknaben aus den sogenannten «ungari- schen Hauben», die ohne Federn getragen wurden. Sie waren mit rotem Samt überzogen76 und wie der Mantel mit russischem Zobel verbrämt. Zur Aufbewahrung der zwei «Rauchen (= aus Pelz) Ungarischen Mitzen» stellte der bürgerliche Wiener Siebmacher Johann Georg Hoffer «2 Schachdln mit Stöckeln» her, die er mit Watte ausfütterte und pro Stück mit 27 Kreuzern berechnete.77 Für die langen Zopf- perücken wurden im Handelshaus «Zum silbernen Becher» 16 Ellen besten französischen Zopfbandes gekauft.78 Als Schuhwerk dienten die sogenannten Zischmen, die der bürgerliche Czismamacher Johann G e 11 e m e n lieferte. Blaue Zischmen zu neun Gulden wurden zur Galalivree getragen, rote «en Campagne» und schwarze bei der Reise.79 Weisse Hemden80, Seidenstrümpfe und feine weisse englische Hand- schuhe81 rundeten schliesslich die Elegance der Livreen ab, mit denen die ungarischen Edelknaben bekleidet waren. Doch auch die deutschen Pagen standen ihren ungarischen Kollegen an prunkvoller Kleidung nicht nach (Abb. 8). So verrechnete der fürst- lich liechtensteinische Garderobier Andreas Hess «6 (rot-) Sametene Kleyder mit einem gold gestückten aufsatz» um einen Preis von je 16 74 H a m p e 1 a. a. O. (Anm. 56) 271, Abb. 17 und 17a. 75 Rechnung Nr. 178. 76 Der Hauptlieferant tür alle Sorten von Samt war der Edle Johann von Friess. Vgl. die Anm. 25. 77 Rechnung Nr. 162. 78 Rechnung Nr. 218. 79 Rechnung Nr. 141. 80 Geliefert von der Hemdenmacherin Catharina Mayer, vgl. Rechnung Nr. 114. 81 Rechnung Nr. 218. 115
        

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