garische Kleider, zu sticken in Gold von Passee Arbeit68 und zum Auf- sezen gestickt einzulieffern.»69 Als Kostenpunkt sowohl der ungarischen als auch der deutschen Livreen wurden je 560, zusammen also 4480 Gulden vereinbart und am 18. Juli des Jahres durch den fürstlichen Haushofmeister Johannes Wiegand auch tatsächlich ausbezahlt. Doch wie so oft hatte sich der Kostenvoranschlag als zu niedrig herausgestellt. Ende Juli 1760 erstellte D i e r c k e s die endgültige Abrechnung und stellte fest: «Ein hochfürstl. Liechtensteinisches Edl Knaben Kleydt sambt Beltz Dalmang (= Pelzdoman) und Hosen Kost mich 584 fl.»70 Dem Baron Loeschenkohl blieb nichts Anderes übrig als dem Sticker, mit dessen Arbeit der Fürst offensichtlich zufrieden war, den Mehr- betrag zu ersetzen. So heisst es in einem diesbezüglichen Notandum vom 26. Juli: «Auf Ihro Dhlt. gnädigsten Befehl und Erlaubnuß sollen dem Sticker, herrn Tirckeß, . . . 480 fl über seinen accord gezahlet werden.» Der von Peter Anton D i e r c k e s gelieferte kunstvolle Stickaufsatz wurde von dem schon bei den Haiduken genannten bürgerlichen unga- rischen Schneidermeister Gregor Drexler" auf die von ihm zuge- schnittenen und verfertigten Kleider aufgenäht. Für die Galakleider inclusive den dazugehörenden Säbelgehängen verrechnete Drexler je 16 Gulden, die Stadtkleider kosteten zehn und die Reisekleider je sechs Gulden. Zu allen drei Garnituren stellte der ungarische Schneider- meister Jakob Lutschandski die Knöpfe, Schnüre und Schlingen zur Verfügung. Für die Reise und in der Stadt dominierte dabei das Silber, für die Galakleider wurden breite goldene Schnüre und je 54 Paar massive Goldknöpfe für die Pelze, Röcke und Hosen verwendet.72 Über dem Edelknabenkleid73 trugen die ungarischen Pagen den soge- nannten Dolman. Dieser kimonoförmig geschnittene bis zu den Knien 68 Unter «Passee» oder deutsch «Sattel» ist sowohl eine aufgesetzte Schulter- verstärkung als auch das quergeteilte Stück oberhalb der Hüfte zu verstehen. Vgl. Ruth Klein, Lexikon der Mode. Drei Jahrtausende europäischer Kostümkunde (1950) 283. 69 Rechnung Nr. 195. 70 Rechnung Nr. 196. 71 Vgl. Seite 72 Rechnung Nr. 216. 73 H a m p e 1 a. a. O. (Anm. 56) 273 ff. 114
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.