Die Liste der erfolgreichen Liechtensteiner Familien wäre unvoll- ständig, ohne die Frommelts zu erwähnen. Einer der Söhne von Alois Frömmelt,170 Christian, ging ebenfalls von Dubuque nach Guttenberg, wo er zusammen mit seinem Bruder Louis eine Knopffabrik eröffnete und einen seiner Söhne, Chris, zu sich in die Lehre nahm. Der junge Chris aber schien sich weniger für Perlmutter-Knöpfe zu interessieren als für die Schiffahrt. Mit 19 Jahren wurde er Heizer auf einem Missis- sippi-Dampfer, der zwischen Dubuque und Prairie du Chien/Wisconsin hin und her pendelte. Drei Jahre später allerdings kehrte er ins Knopf- geschäft zurück. Im Auftrag einiger New Yorker Geschäftsleute grün- dete er 1909 die «Empire City Pearl Button Works», deren Direktor er wurde. Die Muscheln, die von den 50 Angestellten der Fabrik zu Perlmutterknöpfen verarbeitet wurden, stammten zu einem Teil aus dem Mississippi, zum anderen Teil aus allen Gegenden der Vereinigten Staaten. Jährlich brachten die Lastkähne 1000 Tonnen davon nach Guttenberg. Zum geschäftlichen Erfolg stellte sich bald auch der politische ein: Chris Frommelt war während 35 Jahren Mitglied des Gemeinderates und während 5 Jahren Bürgermeister von Guttenberg und Präsident der Bürgermeistervereinigung von Clayton County. 1950 musste er das Bürgermeisteramt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen und 1959 beschlossen die Eigentümer der Knopffabrik, ihr Werk in Guttenberg zu schliessen, weil die Perlmutterknöpfe immer mehr von Kunststoff- produkten verdrängt wurden. Am 21. Juni 1962 starb Chris Frommelt, der neben Joseph Vogt der bedeutendste Liechtensteiner in der Ge- schichte des Städtchens Guttenberg war.180 Guttenberg heute (Vorbemerkung des Verfassers: Von allen amerikanischen Städten dürfte Guttenberg das bedeutendste Zentrum liechtensteinischer Ein- wanderung gewesen sein; im Verhältnis zur Bevölkerung war der liechtensteinische Anteil grösser als sonstwo in Amerika. Angesichts 179 s. o. S. 70 ff. 180 Die Angaben über Chris Frommelt stammen aus: The Cedar Rapids Gazette, 22. 7. 1962; IPA Who is Who in Iowa, Ausgabe 1940; Interview mit seiner Tochter Leonette Duwe-Frommelt, Guttenberg. 97
        

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