Vorwort des Herausgebers Im Rahmen der Festlichkeiten und Aktivitäten zur Feier des 200 Jahrestages ihrer Unabhängigkeitserklärung bemühen sich die Vereinig- ten Staaten von Amerika, Einzelheiten über die Mitwirkung anderer Nationen am Aufbau des Bundesstaates aufzuzeigen. Das Buch «Nach Amerika !» ist die Festgabe des Fürstentums Liech- tensteins zu diesem Anlasse. Am Anfang des 17. Jahrhunderts setzte eine förmliche Völkerwan- derung nach dem neuen Lande ein. Überdrüssig der politischen und wirtschaftlichen Beengtheit daheim und angelockt von der Weite und Freiheit des unermesslichen amerikanischen Raumes landeten immer neue Scharen von Einwanderern in den Häfen der Ostküste. Es kamen Deutsche, Italiener, Franzosen, Iren, Engländer, Menschen aus Öster- reich-Ungarn, Russland und Skandinavien. Den Liechtensteinern war die Auswanderung durch Abfahrtsgelder erschwert und zu Anfang des 19. Jahrhunderts grundsätzlich verboten worden. Erst ab 1843 war die Auswanderung infolge des Bevölkerungszuwachses erwünscht. Einige Jahre darauf wurde auch das Abzugsgeld abgeschafft. So setzte die Auswanderung von Liechtensteinern um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Die Zahl der Auswanderer ist freilich im Verhältnis zur Bevölke- rungszahl der Vereinigten Staaten kaum erwähnenswert — ein Tropfen im Kessel des Völkergemisches. Für unser Land bedeutete jedoch die Auswanderung nach Amerika einen beträchtlichen Eingriff in die damalige Bevölkerungsstruktur. Es ist vom Standpunkt der politischen Geschichte und der Wirtschafts- geschichte her aufschlussreich, den Gründen der liechtensteinischen Auswanderung nachzugehen. Die Feststellung, dass sie in Wellenbewe- gungen erfolgte, gestattet Rückschlüsse auf die damaligen Lebensver- hältnisse. Der Existenzkampf, die Feudallasten, der Druck militärischer Verpflichtungen, zoll- und handelspolitische Schranken, die wirtschaft- liche und politische Isolation, das Fehlen von Gewerbe und Industrie, Bevölkerungswachstum, Rheinnöte und Missjahre und die allgemeine Verarmung Hessen vielen Landsleuten die Auswanderung als Ausweg aus ihrer Bedrängnis erscheinen. 7
        

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