Liechtensteins mehr oder weniger Platz greift, ernstlich in Erwägung gezogen würden, um diesem Übel so gut als möglich zu steuern».123 Trotz dieser für das kleine Land also einschneidenden Auswande- rung, kam es in den Vereinigten Staaten nie zur Gründung einer eigentlichen Liechtensteiner Kolonie. Wenn man aber die Spuren der Auswanderer verfolgt, stellt man eine andere interessante Tatsache fest: Die meisten Auswanderer aus Liechtenstein haben sich in we- nigen, genau umgrenzten Gebieten und Städten niedergelassen. Statt der Gründung einer eigenen Kolonie, kam es also zu einigen Konzen- trationen liechtensteinischer Einwanderung. Gemeinsam ist diesen Gebieten einerseits, dass bereits ein deutsches Element vorhanden war, die Sprachschwierigkeiten bis zur Erlernung der englischen Sprache also überbrückt werden konnten. Eine interessante Differenzierung aber ergibt sich andererseits aus dem Herkunftsort der Einwanderer: Während sich in der Gegend von Dubuque/Iowa praktisch ausschliess- lich Liechtensteiner aus dem Oberland ansiedelten, war das gut 60 Meilen östlich liegende Freeport/Illinois Ziel der Triesenberger Aus- wanderer und in Wabash/Indiana schliesslich sind fast nur Einwan- derer aus dem Liechtensteiner Unterland zu finden. Die Erklärung für diese Entwicklung ist einfach: Genau wie die ersten Einwanderer Gebiete mit starkem deutschem Element gesucht haben, begaben sich die Nachfolgenden meistenteils an Orte, an denen sich schon Landsleute angesiedelt hatten. Das leicht hügelige Gelände und der Mississippi in Dubuque sowie der Wabash River in Wabash taten das ihrige dazu, dass sich die Liechtensteiner am neuen Ort schneller heimisch fühlten.124 3. DUBUQUE — ZIEL VIELER LIECHTENSTEINER Von den genannten drei Städten finden sich am meisten Liechten- steiner in Dubuque. Die Stadt, die am Oberlauf des Mississippi im 123 «L. Volksblatt», 11. 2. 1881. 124 Diese Feststellungen basieren auf Beobachtungen des Autors während seiner Recherchen in den USA. 67
        

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