worden, da dieselbe die von ihr beförderten Auswanderer übervortheilt und unter Anderm ein Kopfgeld von 15 Cents erhoben haben soll. Die Angelegenheit wird von der Einwanderungskommission gründlich un- tersucht werden."'11 Die Reaktion Zwilchenbarts Hess nicht lange auf sich warten. In einem Brief bat er die Redaktion, die Leser darüber «in Kenntnis zu setzen», dass Eberle seinen Bericht ohne sein Wissen geschrieben habe, er sei also «kein verabredetes Reklam». Meyer-Mettlers Rechtfertigung nannte er einen «Lügenartikel», gegen den er gerichtlich vorgehen werde. Die Redaktion hatte aber keine Lust, ihre Spalten weiter- hin den Privat-Fehden der Auswanderungsagenten zu öffnen. «Weiters können wir auf diesen Handel uns nicht einlassen», schrieb Redaktor Dr. Albert Schaedler und setzte damit einen Schlusspunkt unter die Affäre, die ein treffendes Beispiel dafür war, «welch' vielgestaltigen und verderblichen Prellereien schweizerische (und auch liechtenstei- nische, d. Verf.) Auswanderer ausgesetzt» waren"2 und wie die Agenten «sich selbst Konkurrenz mach(t)en und die durch andere Häuser be- förderten Passagiere zu Klagen aufreiz(t)en».9;i 2. DIE REISE NACH AMERIKA94 Die Reise in die Vereinigten Staaten war im letzten Jahrhundert eine beschwerliche Sache. Bis in die 30er Jahre hinein waren die Auswan- dererschiffe oft wochenlang unterwegs, um von einem europäischen Hafen nach Amerika zu gelangen. Erst das Zeitalter der Dampfschiffe brachte eine wesentliche Verkürzung der Reisezeit: Die «Sirius» und die «Great Western», die im Jahre 1838 die regelmässige transatlantische Schiffahrt eröffneten, benötigten für die Überfahrt noch 17 bzw. 14 Tage. Durch die Erfindung der Schiffsschraube konnte die Fahrzeit schliess- lich nochmals um die Hälfte unterboten werden. In den 80er Jahren benötigte ein Schraubendampfer von Le Havre nach New York durch- schnittlich 8 Tage. 91 «L. Volksblatt», 4. 5. 1883. 92 Karrer, S. 13. 93 Meinrad Gabriel i. «L. Volksblatt», 18. 2. 1881. 94 Soweit im Text keine anderen Quellen genannt sind, stützt sich dieser Abschnitt auf Conzett S. 112-131. Karrer S. 10-29, Cooke S. 270-281. 45
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.