anzugeben"4 und die Frage zu beantworten, wohin der Auswanderer mit seiner Familie gehen soll, «damit die Hoffnungen und Erwartungen sowohl der Scheidenden als der Zurückgebliebenen möglichst voll- ständig in Erfüllung gehen und nicht Enttäuschung, Entmutigung und verlorenes Kapital an Geld, Menschenkraft und Ehre tödlichen Rück- schlag üben auf den Auswanderer selbst wie auf das verlassene Heimat- land».85 Die Autoren geisselten in ihren Büchern die «schönfärbenden An- preisungen der Reklame», durch die «niemals wie in jüngster Zeit so massenhaft Ansiedlungsplätze angeboten werden mit den glücklichsten Verhältnissen, gesegnete Himmelsstriche sowohl nach Boden als nach Klima und Produktion des Landes; dass kein Mittel gescheut wird, die nüchterne Überlegung des auswandernden Mannes zu bestechen und seinen Sinn zu verwirren durch Schilderungen des Landes, wo nicht nur der Himmel voll Bassgeigen hängt, der Boden unerschöpfliche Ernten mühelos bietet, sondern auch die Gewässer von im Butter ge- backenen Forellen wimmeln»."0 Verfasser dieser Lügen wären ent- weder «gewissenlose Landspekulanten, oberflächliche Berichterstatter und bezahlte .Gelehrte'», die «den ahnungslosen und vertrauenden Aus- wanderer auf untaugliche Ländereien zu verlocken trachten»"7 oder aber «Agenten» der in der jeweiligen Schrift «bevorzugten Staaten»"8. Schliesslich warnten Conzett und Ott davor zu glauben, jeder könne in Amerika sein Glück machen. «Nur wer fest entschlossen ist, mit Fleiss jede ehrliche Arbeit zu thun und dazu die nöthigen Kräfte be- sitzt, möge sich zur Auswanderung entschliessen. Faule Leute finden nicht ihr Fortkommen in Amerika.»1'9 «Amerika ist ein Fegefeuer für Faullenzer und Thunichtgute, allein ein Eldorado für den Arbeiter.»70 Dem, der sich nach ernsthafter Prüfung doch zur Auswanderung entschloss, gaben die beiden Autoren zahlreiche Ratschläge für die 64 Conzett, S. 3. 65 Ott, Vorwort, S. II. 66 Ott, Vorwort, S. IV. 67 Ott, Vorwort, S. IX. 68 Conzett, S. 3. 69 Conzett, S. 56. 70 Ott, S. 5. 37
        

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