7 NATURSCHUTZ-AUSBLICK 71 Der Beitrag von Naturschutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter Arten der Feuchtgebiete Liechtenstein besitzt zwei grössere, noch geschlossene Feuchtgebiets- komplexe, nämlich das Naturschutzgebiet Schwabbrünnen-Aescher mit ca. 56 ha (inkl. Wald), zwischen Schaan und Nendeln gelegen, und das Ruggeller Riet, nahe der österreichischen Landesgrenze mit ca. 92 ha. Die Bedeutung der beiden Hauptkomplexe für den Artenschutz mögen die nachfolgenden Daten belegen : Aus der Liste der 94 stark gefährdeten Pflanzenarten der Feucht- gebiete kommen allein 70 Arten im Ruggeller Riet (= 75%) und 45 Arten im Schwabbrünnen (= 48%) vor. Die 34 Arten der Feucht- gebiete mit nur noch einem einzigen Standort im Lande verteilen sich mit 20 Pflanzenarten auf das Ruggeller Riet (= 54%), auf das Natur- schutzgebiet Schwabbrünnen-Aescher mit 7 Arten (= 21%) und mit 6 Arten auf den Alpenraum (= 18%). Nur eine weitere Art kommt noch an einem anderen Standort im Talraum vor. Das absolut Schützens- werte konzentriert sich punktuell auf ganz wenige Stellen im Lande. Die Sicherung und die Pflege dieser Standorte bildet die Grundlage zur Erhaltung dieser gefährdeten Arten. Die Richtigkeit des Slogans nFeuchtgebiete schützen — Leben erhalten» wird mit diesen Daten erhärtet. 72 Die Bedeutung der Neugestaltung von Feuchtgebielen Noch wird an den letzten Feuchtgebietsresten genagt. Vor allem das weitere Andüngen zerstört die vegetationskundlich bedeutsamen Flä- chen. Ein allfälliges Rückführen von Intensiv-Grünland in Streueland erfolgt äusserst langsam (vielleicht Jahrhunderte) und würde nicht ohne Verlust seltener Arten vor sich gehen. Dort wo die intakten Flächen nicht mehr bestehen, gewinnt die Neugestaltung von Feuchtgebieten an Bedeutung. Die Botanisch-Zoolo- gische Gesellschaft Liechtenstein-Sargans-Werdenberg hat zu Beginn der 70-er Jahre den Slogan «Jeder Gemeinde ihren Weiher» postuliert. Die Neuerstellung von Weihern und Tümpeln ist inzwischen in Zu- sammenarbeit mit weiteren Institutionen und Behörden weit gediehen. 330
        

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