Zu diesen drei Listen wäre zu bemerken, dass sie auch Pflanzen- arten beinhalten, die nicht ausgesprochene Feuchtgebietsbewohner sind, deren letzte Vorkommen in Liechtenstein aber innerhalb eines Feucht- gebietes bekannt waren oder sind. Einige Arten, insbesonders Pflanzen der Zwischen- und Hochmoore, also saurer Böden, müssen in Liechten- stein schon durch das Fehlen geeigneter Standorte als selten gelten. Weitere Arten, die hingegen in anderen Lebensräumen noch vorkom- men, aber heute im Ried, oft als Glazialrelikte, ausgestorben sind, wie etwa der aufgeblasene Enzian (Gentiana utriculosa) oder die Kugel- orchis (Orchis globosa) sind in diesen Listen nicht enthalten. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich zusammenfassend aussagen, dass in Liechtenstein 137 Pflanzenarten der Feuchtgebiete als ausge- storben oder stark bedroht gelten. Das sind immerhin über 9% aller in Liechtenstein nachgewiesenen Pflanzenarten. Die liechtensteinische Flora zählt 1501 Arten, die eingebürgerten Neophyten inbegriffen, die Kleinarten Rubus und Taraxacum jedoch nicht. 3% aller Pflanzenarten in Liechtenstein sind alleine in den Feuchtgebieten ausgestorben. 62 Acht einstige Brutvögel der Feuchtgebiete nicht mehr bestätigt Nassstandorte bilden Lebensgemeinschaften in denen nebst den Ge- fässpflanzen besonders viele Organismen beteiligt sind. Es sind vor allem Tiere, die zwischen Mooren und anderen Landschaftselementen wie Wald, Wiesen und Feldern vermitteln können. Viele dieser Lebe- wesen, die in den einzelnen Oekosystemen wichtige regulierende Funk- tionen ausüben, können allerdings nur in einer Landschaft vorkommen, wenn eine bestimmte Kombination von Elementen vorliegt. Die Er- forschung der Tierarten hat in Liechtenstein sehr spät eingesetzt, wobei die Erfassung der Amphibien- und der Avifauna heute am weitesten vorangeschritten ist. Hier fehlen uns allerdings meist Vergleichsdaten, weil kaum frühere Felddaten über einzelne Tierstämme und Klassen vorliegen. Die Vogelwelt als artenreichste Wirbeltierklasse unserer Breiten mag hier als geeigneter Indikator von Umweltveränderungen gelten. In Liechtenstein wurde 1954 eine Liste der zu Beginn der 50-er Jahre beobachteten Vogelarten (inkl. Brüter) zusammengestellt (22). Seither konnten insgesamt 23 Arten als Brutvögel nicht mehr bestätigt werden (23), worunter einige Arten, die mehr oder weniger nasse Riedwiesen 326
        

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