defizitären Wirtschaftswald. Da hat das, was man gemeinhin unter «Natur» empfindet wenig Platz. Alarmierende Verluste in der wild- lebenden Flora und Fauna als Folge direkter oder indirekter Eingriffe des Menschen in die Umwelt sind deshalb überall festzustellen. Da viele Pflanzen und Tiere auf solche Eingriffe rasch und empfindlich reagie- ren, sind sie ihrerseits Zeiger für Art und Ausmass menschlich bedingter Umweltverän derungen. 61 137 Pflanzenarten der Feuchtgebiete in Liechtenstein ausgestorben oder stark gefährdet Stauffer (18) hatte schon 1961 für den Schweizer Kanton Aargau nachgewiesen, dass etwa die Hälfte der dort rund 1300 Gefässpflanzen sich im Rückgang befinden, während etwa 30 Prozent davon bereits erloschen oder stark zurückgedrängt sind, wovon alleine 240 Arten der Nassstandorte. Engelhardt (19) erwähnt etwa in regulierten Quellbächen nur noch 50 Prozent der Arten und 15 Prozent der Individuenzahl der in ver- gleichbaren natürlichen Quellbächen lebenden Tierwelt. Die folgenden Verlustdaten mögen einen weiteren Indizienbeweis für die spontane Verarmung am konkreten Beispiel Liechtenstein dar- stellen. Für diesmal aus einer Gegend belegt, die viele Leser kennen dürften. Wenn uns das liechtensteinische Naturschutzinventar (20) Auskunft über den Restbestand an schützenswerten Feuchtgebieten gibt, so be- stätigt uns die 1976 vorläufig abgeschlossene Kartierung der «Flora des Fürstentums Liechtenstein» (21) den Verlust oder starken Rückgang derjenigen Gefässpflanzen, die einst in den Feuchtgebieten Liechten- steins belegt und teilweise häufig vorkamen. Als Grundlagen des Ver- gleiches dienen die zitierten Floren von Prof. J. Murr aus den Jahren 1921 — 1926 (9) und die 50 Jahre später erstellte Kartierung von Dr. hc. Heinrich Seitter (21). Man muss allerdings bei diesem Vergleich annehmen, dass weit mehr Pflanzen der Feuchtgebiete ausgestorben sind, als heute belegt werden kann, da sich die Notizen aus den 1920-er Jahren mit Liechtenstein eher etwas am Rande befassten und deshalb unser Gebiet kaum sehr intensiv durchforscht wurde. Es folgen drei Listen von Feuchtgebiets-Gefässpflanzen: die erste beinhaltet die Arten, deren völliges Erlöschen angenommen werden 319
        

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