56 Wiesenbäche Die fliessenden Gewässer beschränken sich heute im wesentlichen auf den Rhein, den Binnenkanal als Vorfluter und einige Kanäle in den Meliorationsgebieten. Der oberflächliche Hangabfluss verläuft meist über die sog. Rüfen, Wildbäche, welche nur zur Zeit der Schnee- schmelze und nach längeren Niederschlägen und Gewittern Wasser führen. Die wenigen stetig Wasser führenden Bäche durchqueren meist Siedlungsgebiet — 40% des Talraumes sind Siedlungsraum — und sind hier in der Regel eingedolt, in Schalen gelegt oder doch zumindest kanalisiert. Die einst vorhandenen Lebensräume für die Flusskrebse und Flussmuscheln bestehen nicht mehr. Die Indikatoren von sauberem Wasser gelten seit den 1950-er Jahren als ausgestorben (17), dies ob- wohl heute das Abwasser weitgehend den Kläranlagen zugeführt wird, Es wird eine der Zukunftsaufgaben der Landschaftspflege darstellen, diese Bäche wieder einigermassen zu renaturieren. 57 Offene mineralische Nassböden (Schlickzonen) Die noch vor 30 — 50 Jahren vorhandenen offenen mineralischen Nassböden beidseits des Rheines sind vollständig verschwunden. Ein- zelne Arten dieser dem Nanocyperetum zugeordneten Pflanzengemein- schaften konnten in feuchte Äcker überwechseln. Als letzte Schlick- zone im Lande ist das Nordufer des Gampriner Seeleins zu werten. Die Bilanz der Wasseraustreibung muss insgesamt erschüttern : Keine natürlich fliessenden Bäche mehr, ausgetrocknete oder aber über- düngte Gräben, vollständiges Verschwinden der einst häufigen Rhein- auentümpel, eine drastische Minderung der Feuchtwiesen. 6 VERLUSTBILANZ AN PFLANZEN- UND TIERARTEN DER FEUCHTGEBIETE Die europäische Landschaft, wenn man stark vereinfachend von ihr sprechen darf, droht sich überall anzugleichen, und zwar in eine landschaftliche Dreiheit: Ein überbordender Siedlungsraum steht einer industrialisierten Landwirtschaft gegenüber, diese grenzt ihrerseits, möglichst in klaren Fronten an einen oft verfichteten und trotzdem 318
        

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