Wasser führte in Liechtenstein wohl zu den stärksten Verlusten an Tier- und Pflanzenarten. So sind einige Laichkrautarten (Potamogeton), der kleine Igelkolben (Sparganium minimum), der unverzweigte Igelkolben (Sparganium Simplex) in den 1950-er Jahren, der Tannenwedel (Hip- puris vulgaris) um 1970, stellvertretend für viele andere, in den Gräben als den letzten Rückzugsstandorten ausgestorben. 54 Weiher, Tümpel und Auen Der Liechtensteiner Talboden besteht in weiten Teilen aus kiesigen und sandigen Böden, welche normal bis gut durchlässig sind. Die einst ausgedehnten Moorgebiete sind heute weitgehend entwässert. Die Tüm- pel und Weiher konzentrierten sich vor allem auf die Rheinauen. Diese feuchten Auen sind allerdings in Liechtenstein recht früh zurückge- drängt worden. Auf der einigermassen massstabgetreuen Koleffelkarte des Jahres 1756 (6) sind noch ca. 600 ha Rheinauen ausgewiesen, was entlang des damals frei und mehrarmig fliessenden Rheines noch 18% Bestockungsanteil im Talraum entspricht. 1911 enthält eine entspre- chende österreichische Spezialkarte (16) noch ca. 280 ha Rheinauen (noch knapp 9% der Talebene). Nach dem 2. Weltkrieg sind die letzten Rheinauenfragmente auf 74 ha geschrumpft, was etwas mehr als 2% der Fläche des Talbodens entspricht. Diese Auenwaldungen sind ab den 1950er Jahren zuneh- mend, parallel zu den Grundwasserabsenkungen, ausgetrocknet. Um 1955 verschwand hier beispielsweise der kleine Rohrkolben (Typha minima), 1973 ist der letzte Auwaldtümpel bei Gamprin ausgetrocknet. Verblieben ist einzig das durch Auskolkung bei der Rheinüberschwem- mung 1927 entstandene Gampriner Seelein, welches als «Altwasser» nur vom Grundwasservorkommen im Talraum gespiesen wird und deshalb heute, vor allem in Zeiten niedrigen Grundwasserstandes, ebenfalls einen spärlichen Wasserstand aufweist. Einige künstliche Weiher und ein Stausee im Gebirge prägen neu, allerdings noch pflanzenarm, die liechtensteinische Landschaft. 55 Alpine Tümpel Die gleichen Voraussetzungen wie für die Hangriede gelten auch für die alpinen Kleingewässer. Sie sind ebenfalls bei der gegebenen geolo- gischen Ausgangslage eher selten. Die beiden alpinen Weiherland- 313
        

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