1970 die ca. vier bis fünf Meter in einem Zeitraum von nur 20 Jahren be- trugen und zur Austrocknung der Gräben, Tümpel und Weiher in einst hoch anstehenden Grundwassergebieten führte. Heute liegt der Rhein ca. drei Meter unterhalb der Talsohle. Auwald im engeren Sinn des Wortes, also zeitweise überschwemmte Waldungen, gibt es in der Liechtensteiner Talebene nicht mehr. 3 RASCHER WANDEL VOM AGRAR- ZUM INDUSTRIESTAAT MIT VERSTÄRKTEN AUSWIRKUNGEN AUF DIE LANDSCHAFT In Liechtenstein ist der Wandel vom Agrar- zum Industriestaat in sehr geraffter Entwicklung verlaufen. Waren 1941 noch 34 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt, so sind es Ende 1976 noch 3 Prozent. Diese rasche Industrialisierung drückte den Stempel auf die liechtensteinische Landschaft. Eine starke Zersied- lung verbraucht jährlich an die 40 ha offenes Land (12). In der Land- wirtschaft ist es der Rationalisierungszwang und der damit verbundene Abbau der selbstversorgerischen Vielfalt, der vor allem nach dem 2. Weltkrieg eine Reihe wenig ertragreicher Kulturformen und bis anhin traditionelle Bewirtschaftungsweisen verschwinden lässt. Noch anfangs des 19. Jahrhunderts waren in einigen Gegenden des Kantons Zürich (13) eine Juchart «Riet» teurer als Ackerboden oder mittelmässiges Wiesland und die Riedgebiete in Unterwaiden zählten 1835 als Streue- produzenten und Pferdefutter noch zu den einträglichsten Gütern. Heute gehört hingegen die Bewirtschaftung der Riedwiesen bald der Vergan- genheit an. In den modernen Ställen wird kaum mehr Streue verwendet. Die Streuewiesen werden so entweder nicht mehr gemäht, verbuschen 304
        

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