Waldareal stark zurückgedrängt und der Talraum schon zu 80%, und zwar mehrheitlich als Streuewiese und Viehweide, genutzt wurde. Hingegen darf man annehmen, dass bei der extensiven Bewirtschaftung viele Baum- und Sträuchergruppen die zahlreichen Quellenaufstösse und Bäche, aber auch die Eigentumsgrenzen flankierten. Ein schmaler Auwaldgürtel entlang des Rheines blieb lange durchgehend bestehen, weil hier die Weiden und Erlen zum Faschinenbau am Damm Verwen- dung fanden. Bis zur vergangenen Jahrhundertwende dürften so, aufgrund einer Auswertung der Kartenunterlagen, noch an die 2'000 ha Streue- und Moorwiesen im Liechtensteiner Talraum bestanden haben. Anlässlich einer Moorkartierung in Vorarlberg und im Fürstentum Liechtenstein in den Jahren 1902 — 1905 wurden noch in sechs der elf liechtenstei- nischen Gemeinden Torfnutzungsgebiete im Ausmass von 433 ha aus- gewiesen. Bei der Aufnahme von Profilen im Ruggeller Riet wurden Moortiefen bis zu 9 Meter gemessen (7). Schellenberg —Richtung Rhein 100 200 300 400 900 600 700 «00 900 1000 100 1200 1300 MOO 1300 m Mit der Verbesserung der Dammbauten entlang des Rheines konnte das nun gesicherte Land allmählich unter den Pflug genommen werden. 1921 bedauerte der Feldkircher Botaniker, Prof. Josef Murr, in einem Artikel (8) über die Liechtensteiner Moore: «Mag es auch für den Anbau noch so erwünscht sein, vom naturwissenschaftlichen Standpunkt ist es sehr zu bedauern, dass die Austrocknung (lies Melioration) der aus- gedehnten Flächen, über die sich einst der Rheingletscher hinzog, be- reits ausserordentlich weit fortgeschritten ist». Murr spielte hier wohl auch auf die intensiven Kultivierungsbemühungen in der Zeit des 1. Weltkrieges an. Diese grossen Anstrengungen sollten dazu dienen, das bäuerliche Kulturland zu mehren, um die Ernährung der Landes- bevölkerung in Krisenzeiten weitgehend sicherzustellen. Immerhin konnte Murr in seiner «neuen Übersicht über die Farn- und Blüten- pflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein» (9) um 1925 noch fest- 302
        

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