fränkischen Raum am Gürtel angebracht, als Verbindungsglied zwi- schen diesem Gehänge und dem Gürtel. Was führte nun im merowin- gischen Bereich zur Ausbildung der Zierscheiben und wo sind die Wurzeln dieses Brauches zu suchen ? Wir begegnen runden durchbrochenen Scheiben, meist in Radform, bereits in vorgeschichtlicher Zeit in verschiedenen Kulturkreisen be- sonders im Bereich der Hallstattkultur in Ostfrankreich und der Schweiz. Sie waren ein Bestandteil des Sonnenkultes. Für die Her- leitung der merowingischen Scheiben sind sie jedoch, schon wegen des weiten zeitlichen Abstandes, auszuschliessen. Sicher sind dagegen Ein- flüsse auf eine Reihe von merowingischen Scheibentypen von römi- schen Durchbruchsscheiben ausgegangen, die in grosser Zahl Verwen- dung als Riemenverteiler und Zierbeschläge bei Wagen und Pferde- geschirr fanden. Auch in unserem Landesmuseum, in der römischen Abteilung, ist ein sehr schönes Bruchstück einer derartigen römischen Durchbruchscheibe zu sehen (Abb. 8). Abb. 8 Fragment einer durchbrochenen Zierscheibe vom spätrömischen Siedlungsplatz «Auf Krüppel», oberhalb Schaan. Zeitlich ist die umfangreiche Gruppe spätantiker und frühchrist- licher Durchbruchscheiben des 4. — 7. Jahrhunderts aus dem mittel- meerischen Bereich den merowingischen Zierscheiben viel enger ver- bunden. Derartige Rundscheiben finden sich an Griffen von Lampen- haltern, an Leuchten sowie an Weihrauchbehältern u.a.m. Dennoch lassen sich unter all diesen vielfältigen spätrömischen und früh- christlichen Durchbrucharbeiten keine eindeutigen Vorläufer der mero- wingischen Zierscheiben weder in der Funktion noch in der Ornamen- 287
        

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