häufig Gürtelschnallen, die meistens in Beckenmitte liegen. Diese Fundlage lässt vermuten, dass die Zierscheiben unmittelbar am Gürtel befestigt waren. Weiterhin finden sich Bestandteile des Gürtelgehänges, der «trousse», unterhalb dieser in Beckenhöhe liegenden Scheiben; z. T. sind sie mit ihr durch eine Kette verbunden. So zeigt sich, dass die ältere französische Forschung für ihr Unter- suchungsgebiet zu Recht die Zierscheiben als Träger der «trousse», des Gürtelgehänges, rekonstruiert hat, als Verbindungsstück zwischen «trousse» und Gürtel. Während die austrasischen Zierscheiben als Hängeschmuck keinen praktischen Zweck hatten, scheinen die Zier- scheiben im westfränkischen Gebiete alsbald die Funktion des Riemen- durchzuges übernommen zu haben und wurden zum Träger des Gürtelgehänges. Die ganz wenigen Belege von Zierscheiben mit Hängeösen und ihre seltene Fundlage in Beckenhöhe der Toten im ostfränkisch-alemanni- schen Räume zeigt mit aller Deutlichkeit, dass die westfränkische Sitte, die Zierscheibe als Träger des Gürtelgehänges zu benutzen, nur ganz vereinzelt auf den austrasischen Raum übergegriffen hat; umgekehrt hat die Sitte, die Zierscheibe als eigenen Hängeschmuck zu tragen, im Gebiet des heutigen Frankreich offensichtlich keinen Eingang gefunden. 5. ) Chronologie der Zierscheiben Auch hier würde es zu weit führen, wenn ich auf Einzelheiten ein- ginge. Die ältesten Stücke stammen einwandfrei aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhundert. Das lässt sich durch andere Grabbeilagen, vor allem durch mitgefundene Münzen belegen. Die grosse Masse der runden merowingischen Zierscheiben tritt im 7. Jahrhundert auf; das ist seit langem bekannt und unbestritten. Nach den verschiedenen Grabbeilagen ist eine Datierung meistens ziemlich genau möglich. Auch die Entstehung der Schaaner Scheibe wird von Dorothee Renner ins 7. Jahrhundert verlegt und zwar auf- grund des gesamten Fundkomplexes. 6. ) Entstehung und Ende der merowingischen Zierscheibensitte Die Untersuchung über die Tragweise der Zierscheiben hat gezeigt, dass diese im austrasischen Raum in der Regel mit dem Gürtelgehänge an der linken Körperseite getragen wurde. Dagegen waren sie im west- 286
        

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