austrasischen1) Bereich, gehäuft jedoch im fränkisch-alemannischen Raum, nur drei Stücke fanden sich bis jetzt im baiuwarischen Gebiet. Die 37 massiven Bronzeringe sind in der Mehrzahl im Schalenguss- verfahren gefertigt. Die 25 hohlen Bronzeringe sind aus dünnem Bronzeblech angefertigt, das getrieben, röhrenförmig zusammengerollt und zu einem Ring zusammengebogen ist. Der Hohlring kann durch einen innen mitlaufenden dünnen Bronze- oder Eisenstab verstärkt sein. Zur Verstärkung konnte auch eine jetzt meist ausgelaufene Sand- füllung dienen. Der Schaaner Hohlring dürfte zu dieser Kategorie ge- hören. Hohle Bronzeringe sind typisch für den alemannischen Bereich; ein Stück aus dem baiuwarischen und zwei aus dem rheinfränkischen Gebiet dürften alemannischer Herkunft sein. Unsere Scheibe ist eine der 25 Stücke, die von einem bronzenen Hohlring umgeben waren. Im Fundbericht heisst es hiezu wörtlich : «... und einem Hohlring, der in gleicher Grösse als deren Fassung genau um diese Scheibe lag.» 4.) Die Tragweise der Zierscheiben Die Frage nach Zweck und Tragweise der runden merowingischen Durchbruchscheiben wurde schon in den frühen Fundberichten des 19. Jahrhunderts gestellt. Eine einheitliche Meinung hat sich bisher noch nicht durchsetzen können. Nach den schwankenden Zuweisungen der frühen Forschung, die die Zierscheiben als Gürtelschnallen oder als Pferdeschmuck ansprach, war mit der Beobachtung, dass solche Schei- ben ausschliesslich in Frauengräbern vorkommen, bereits ein wichtiger Schritt in die rechte Richtung getan. Vor allem die ältere französische Forschung hat, aufgrund der oft beachteten Lage in Gürtel- und Becken- gegend und der Abnützungsspuren am Aussenrand, die Ansicht ver- treten, die Scheiben seien am Gürtel der Frau befestigt gewesen und hätten zum Einhängen der «trousse», eines Gehänges für Zier- und Gebrauchsgegenstände, gedient. In der erst später einsetzenden deutschen Forschung dagegen bilde- ten sich, aufgrund der Umfassungsringe und der im austrasischen Be- 1) Hier als räumlicher Begriff angewandt. 
Als Austrasien wird in der Ge- schichtswissenschaft der östliche Teil des alten Frankenreiches bezeichnet im Gegensatz 
zu Neustrien, dem Westreich. 284
        

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