Die Schaaner Scheibe gehört zum Typ VII und zwar zur Unterab- teilung VII A - 1. Diese Unterabteilung umfasst 18 Scheiben und ist wie folgt charakterisiert: «Scheiben mit Tierwirbel aus drei und mehr Tier- köpfen, die von einem Zentralkreis auslaufen und direkt zum Aussen- rand stossen. Der Schnabel ist langgezogen und geöffnet, der Ober- schnabel biegt zum Aussenrand, der Unterschnabel meist zum Hals des Vordertieres. Durchmesser 7,5 — 10 cm).» Von diesen 18 Scheiben sind 7 zusammen mit Umfassungsringen gefunden worden, davon ist einer aus Elfenbein und sechs sind bron- zene Hohlringe. Diese Scheibengruppe ist ausschliesslich im alemanni- schen Gebiet verbreitet (siehe Karte 17, Abb. 3). Fundorte liegen im Oberrheingebiet und im Elsass, am Bodensee und an der oberen Donau. Die Scheiben aus Beggingen, Bühlenhausen, Lautlingen, Rottweil, Schaan, Würmlingen sowie die Variante aus Sumpfohren zeigen die gleiche elegante Biegung des Tierhalses und die organisch eigenwillige Auswinkelung des Unterkiefers: sie dürften daher der gleichen Werkstätte entstammen. 2.) Her Stellungsorte und -Techniken Die Werkstätten der einzelnen Zierscheiben werden in der Regel im Hauptverbreitungsgebiete gelegen haben: Im östlichen rheinfränki- schen Raum, vor allem im heutigen Rheinhessen, am Mittelrhein, dann auf alemannischem Boden besonders im Bodenseegebiet sowie am mittleren Neckar und im oberen Donauraum, (siehe Gesamtverbrei- tungskarte, Abb. 2). Es ist die Zugehörigkeit zu den einzelnen Werk- stätten zu wenig abgeklärt, um hier das letzte Wort zu sprechen. (Metallurgische Untersuchungen könnten da mitunter weiterhelfen). Es ist aber nicht auszuschliessen, dass bei der Herstellung der Zier- scheiben auch wandernde Handwerker beteiligt waren. Auch ist hier sicher anzunehmen, dass eine Werkstatt mehrere Typen herstellte, um eben eine grössere Auswahl anbieten zu können. Es ist festgestellt, dass die allermeisten Scheiben im sogenannten Herd- oder Schalengussverfahren hergestellt und anschliessend nach- gefeilt wurden. Nur in Einzelfällen wurden diese aus Bronzeblech ausgeschnitten. In seinem Fundbericht (1934) spricht der Ausgräber Pfarrer Frommelt von einer ausgestanzten Bronzeblechscheibe. 278
        

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