Bernsteinperlen und ein schön geschliffener, herzförmiger Mischopal wurden in einem Grab geborgen. Kurze, eiserne Messer und kurze Schwerter sind als weitere Grabfunde zu nennen. Dem Berichte von Oberingenieur Gabriel Hiener ist weiter zu entnehmen, dass schon beim Bau des alten, im Jahre 1910 abgetragenen Stalles, beim Bau der Ge- nossenschaftssennerei, der Brückenwaage bei der Linde und zuletzt beim Bau des Thalerschen Hauses Skelette zum Vorschein gekommen wären, die jedoch nicht weiter beachtet worden seien. Im Fundbericht von Landestechniker Obering. Hiener wird sehr bedauert, dass die Arbeiter auf eigene Faust nach Schätzen gegraben hätten. Als ein Vierteljahrhundert später, es war im Mai 1934, die Land- strasse im Bereiche dieses alten Friedhofes verbreitert wurde, da war der Historische Verein von Anfang an dabei, denn das was sich 1910 ereignet hatte, sollte sich nicht wiederholen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurden im voraus verständigt, dass man im Verlaufe des Fundament- aushubes für die neue Umfassungsmauer des heutigen Friedhofes höchstwahrscheinlich auf uralte Gräber stossen würde. Sobald dies der Fall sei, hätten sie sofort den Historischen Verein zu benachrichtigen. Damals wurde noch mit Pickel und Schaufel gegraben, und doch war es auch diesmal nicht zu verhindern, dass Gräber zerstört wurden, ohne dass der Historische Verein benachrichtigt wurde. War es Schatzgräber- lust oder Unverstand? Als dann aber brozene Armspangen und Glas- perlen zum Vorschein kamen, wurde der Verein endlich informiert. Dem fachkundigen Vorstandsmitglied Pfarrer Anton Frommelt ver- danken wir einen sehr präzis abgefassten Fundbericht. Frommelt wusste, dass es nicht nur um die Bergung der Fundgegenstände sondern vor allem um deren ursprüngliche Lage ging. Dieser Fundbericht ist im 1934er Jahrbuch des Historischen Vereins f. d. FL veröffentlicht. Hier sei nur eine kleine Stelle daraus wiedergegeben: «Der wichtigste Fund jedoch, der neu aufgedeckt werden konnte, lag unter dem linken Unterschenkel, von beiden linken Unterschenkelknochen überlagert, bestehend aus einer ausgestanzten Bronzeblechscheibe mit fünf Dra- chenköpfen und einem Hohlring, der in der gleichen Grösse als deren Fassung genau um diese Scheibe lag. Der Hohlring war gebrochen und einseitig etwas verletzt. Die Scheibe, die noch etwas eingepresst unter diesem Hohlringe und genau in dessen Rundung eingefasst dalag, ist gut erhalten.» 271
        

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