für dessen Rechte eingesetzt hatte, zum andern durch die vielfältigen Kontakte, die die Bevölkerung nach Vorarlberg und den beiden Schwei- zer Kantonen St. Gallen und Graubünden unterhielt. Gerade der Kon- takt mit beiden letzteren, «der häufige gegenseitige Verkehr und die Auswanderung der jungen Männer dahin auf Verdienst haben immer- hin einen bedeutenden Einfluss auf die freien Gesinnungen der Liech- tensteiner ausgeübt, welche allen nicht gerade in der Nothwendigkeit gegründeten Zwangs-Institutionen mit unüberwindlicher Abneigung entgegentreten», schrieb Landvogt Menzinger einige Jahre später."' Von Wien aus verfolgte Fürst Alois II. die Ereignisse in Europa mit Sorge. Am 11. März 1848 befahl er dem Landvogt Menzinger in einem Handschreiben, allen Grund zur Unzufriedenheit möglichst zu beseiti- gen und falls es zu Ruhestörungen kommen sollte, «mit Aufforderung an die österreichischen Authorithäten nicht einen Augenblick zu säumen».17 Noch am 17. März meldete Menzinger nach Wien, dass «nicht die geringsten Spuren einer Aufregung»18 vorlägen. Doch zwei Tage später gaben junge Leute in Balzers den Anstoss zur Revolution, indem sie in einer nächtlichen Proklamation für Freiheit und Gleichheit eintraten. Menzinger reagierte rasch. Er Hess die Ortsgerichte wissen, dass sie in Gemeindeversammlungen Ausschüsse wählen lassen und durch diese ihre Begehren anmelden könnten. Die Gemeindeausschüsse traten am 22. März in Schaan zusammen und formulierten eine Adresse an den Fürsten, in der sie eine neue, freiere Verfassung und die Aufhebung der Feudalleistungen forderten und verlangten, «in Zukunft als Bürger u. nicht als Unterthanen»19 behandelt zu werden. In seinem Erlass vom 7. April 1848 kam Fürst Alois diesen, in einer zweiten Petition noch präzisierten Forderungen teilweise entgegen. Er versprach eine neue Verfassung, die die freie Wahl der Volksvertreter garantieren sollte. Dieses Parlament sollte das Recht auf Billigung neuer Steuern und auf die Beratung neuer Gesetze erhalten. Ebenso versprach der Fürst verschiedene Massnahmen zugunsten der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, schaffte das bis anhin erhobene Abfahrtsgeld 16 LRA 57/136, Menzinger an Dekan Wenzel, 30. 9. 1858, zit. n. Geiger. 17 LRA 100/4, Fürst an Landvogt, 11. 3. 1848, zit. n. Geiger. 18 LRA 100/4, Menzinger an HKW und Holzhausen, 17. 3. 1848, zit. n. Geiger. 19 LRA Peter Kaiser Akten ad 265, zit. n. Geiger. 18
        

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