zentrales Familien-Unternehmen der Restaurationsbetrieb «Swiss Al- pine Village» in Mequon, etwas ausserhalb von Milwaukee ist. Die Büchels hatten ihre Sehnsucht nach Amerika von ihrem Gross- vater Fidel geerbt, der schon 1881 nach den Vereinigten Staaten aus- gewandert und zusammen mit Heinrich Büchel nach Guttenberg ge- gangen war. Lange hielt es ihn dort allerdings nicht. Von Heimweh ge- plagt, fasste er bald einmal seine Rückreise nach Balzers ins Auge. Nach- dem er aber erst einige Monate in Amerika war und noch wenig Geld gespart hatte, war die Finanzierung der Reise ein Problem. Aber schliesslich wurde der Wunsch in ihm so stark, dass er beschloss, die 1800 Kilometer lange Strecke von Guttenberg nach New York auf die billigste Art und Weise zurückzulegen, nämlich zu Fuss. Sein Wegwei- ser war die Eisenbahn, der er Tag für Tag entlangmarschierte. Er hatte schon fast zwei Drittel des Wegs hinter sich gebracht, als er bei seinem Landsmann Josef Kriss in der Nähe von Pittsburg/Pennsylvania Station machte. Einige Tage später wurde Fidel Büchel tot neben der Bahnlinie gefunden. Seine Todesursache ist nie bekannt geworden.229 Im Jahre 1927 folgte ihm sein Enkel Werner Büchel nach Amerika. Er begab sich zuerst zu Josef Kriss nach Pittsburg, wo er für ein paar Jahre Arbeit im dortigen Stahlwerk fand. Als während der Weltwirt- schaftskrise die Arbeit knapp wurde, zog Werner nach Ohio weiter, wo er das Kochhandwerk erlernte. Dass er zwanzig Jahre später eines der grössten Restaurants in der Umgebung von Milwaukee sein eigen nennen würde, daran hat er während seiner Lehrzeit wohl kaum gedacht. 1932 ging Werner Büchel nach Milwaukee und allmählich folgten ihm aus der Heimat vier Brüder nach: Josef 1937, Eugen 1939, Louis 1947, Walter 1948. Schliesslich nahm Werner Büchel nach einem Besuch in der Heimat im Jahre 1949 auch seinen 70jährigen Vater nach Milwaukee mit. Im Jahre 1950 eröffneten Werner, Eugen, Walter und Louis in Mequon in einer alten Poststation aus dem Jahre 1843 ein Restaurant. Während letzterer als ausgebildeter Keramiker sich vor allem um die künstlerische Ausgestaltung kümmerte, standen die beiden übrigen Brüder in der Küche, legten aber zwischenhinein immer wieder selbst 229 LRA DokS USA, Josef Büchel, Von Heimat zu Heimat, Xerokopie. Der Verfasser ist der Sohn von Fidel Büchel. 144
        

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