Mienen besonders der weiblichen Passagiere. Mit dem Heulen des Stur- mes um die Wette erschollen immer wieder alle paar Minuten die schauerlichen, mark- und beinerschütternden Warnsignale des Nebel- horns und immer toller gebärdete sich der schlimme Patron. Die fol- gende Nacht stellte der «Sarmatian» die Fahrt ein, volle vierzehn Stun- den in der aufgeregten Flut stehen bleibend. An Schlaf war unter sol- chen Umständen natürlich nicht zu denken; wir hatten Mühe, uns in den Betten zu behaupten; deren, die weniger feste Position gefasst und infolgedessen unsanft aus ihren Pritschen herausgeschmissen wurden, gabs nicht wenige. . . . Endlich, am Morgen des 13. Juni, liess der Sturm nach; der «Sar- matian» nahm die Fahrt wieder auf. . . . Morgens den 16. Juni war am rechten Ufer der Wald zurückgetreten und dem Gesichtskreis entschwunden; eine offene Landschaft lag vor unseren Augen, durch den kanadischen Schienenstrang dem Verkehr erschlossen, dessen Endpunkt eine am Ufer des Lorenzo gelegene Stadt. . . . Zwölf Tage hatte die Reise in Anspruch genommen, abgerechnet die Zeit des Stillstandes; der «Sarmatian» hatte durchschnittlich 250 Meilen per 24 Stunden zurückgelegt. Diesmal ging unsere Landung glatt von statten. Nach der nun einmal unvermeidlichen Doktorvisite waren wir frei. . . . Auf den Informationskarten war unser Stand als Landarbeiter ver- zeichnet. Alle diejenigen Passagiere, die als solche signalisiert, wurden von den übrigen abgesondert, um per Kolonistenzug nach Montreal befördert zu werden. . . . Acht Uhr abends trafen wir bei strömendem Regen in Montreal ein. Vor unserer Abreise in Basel hatten wir uns Schriftchen über Kanada geben lassen, betitelt: Kanada und seine Provinzen, das Land der Zu- kunft. Dieses Büchlein bietet nebst der Beschreibung des Landes, seiner Verhältnisse, Beschaffenheit und Einteilung viele nützliche Winke für den Einwanderer. Da ist denn auch angezeigt, dass denselben in den verschiedenen Häfen oder Grenzstädten Emigrationshallen frei zur Ver- fügung stehen, bis sie sich Beschäftigung und damit ein anderes Logis gefunden haben. Also erkundigten wir uns nach der Emigrationshalle. Diese ist am Bahnhof selbst, einige Treppen hinunter, im Erdgeschoss. Wohl mehr wie hundert bezopfte Chinesen waren hier interniert, lagen ausgestreckt 125
        

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