im Gepäckbureau aufgebend, begaben wir uns in ein nahes Restaurant, ein Mittagsmahl einzunehmen und unsere Angelegenheiten zu ordnen. Alsdann wieder zum Bahnhof! «He! Gepäcksrevision!» rief uns noch ein diensteifriger Zollbeamter nach, als wir an ihm vorübereilten. «Wir gehen nach Amerika,» gaben wir zurück. Gut wars ! Hätte nicht die veränderte Bauart der Waggons es schon getan, das raschere Tempo hätte sie uns verraten — die deutsche Bahn. Noch einmal setzten wir über den Rhein; der liebe Geselle brachte uns wohl noch die letzten Grüsse aus der Heimat. . . . Um 7 Uhr erreichten wir Saarburg in Lothringen; um 10 Uhr Metz, 11 Uhr und 30 Minuten Diedenhofen, vorläufig das Ziel unserer Reise. Hier mussten wir den nächsten Morgen abwarten. Gesehen haben wir von diesen Städten freilich nichts als die Bahnhöfe. Der nächste Morgen brachte uns nach Luxemburg, die einzige Stadt, die wir Gelegenheit hatten, ein wenig anzusehen. Zu den Grossstädten zählt Luxemburg wohl nicht, wohl aber zu den Städten hohen Alters, wenigstens macht es diesen Eindruck, soweit wirs gesehen. Gegen Mit- tag kamen wir in Arlon an, an der belgischen Grenze. Wieder Aufent- halt, wieder Umsteigen, das ist eben das Umständliche und Unbequeme auf solcher Reise ! Wer eine Amerikareise antritt, muss sich auf viele Unannehmlichkeiten gefasst machen. . . . Kurz vor 4 Uhr verkünden grosse Gärtnereien und eine Menge Treibhäuser rings um uns die Nähe einer grossen Stadt; wenige Minuten später blickten wir auf ein ungeheures Häusermeer hinab — Brüssel. «Umsteigen,» diesmal ohne Aufenthalt. Um 6 Uhr waren wir in Ant- werpen. Wir waren für das Hotel Luxemburg angemeldet und wurden am Bahnhof in Empfang genommen. Die Abendstunden benützten wir noch zu einem Spaziergang durch die Stadt. Andern Morgens wurden wir an den Kai gefahren, dorthin wo es heisst: «Red Star Line.» . . . Nach der ärztlichen Visite begann die Einschiffung, sie dauerte bis Mittag. Über zweitausend Passagiere stiegen an Bord. Eine tausend- köpfige Menschenmenge hatte sich inzwischen am Kai eingefunden, Tücher schwenkend und uns ihre Abschiedsgrüsse zurufend, während eine Musikkapelle ihre ergreifenden Weisen spielte. Der «Vaderland» Einzvanderer auf dem Deck eines Dampfers. 118
        

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