2. Abschnitt Die Auswanderung im 20. Jahrhundert Wir haben es zu Ende des letzten Abschnitts angetönt: Die Aus- wanderung des 20. Jahrhunderts unterschied sich insofern von jener des 19. Jahrhunderts, dass es die Auswanderer statt aufs Land nun in die industriellen Agglomerationen drängte. Die Fabriken Amerikas wurden zum Mekka der Europamüden. Wie in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts schwoll die Auswanderungswelle zu Beginn des 20. Jahr- hunderts nochmals mächtig an. Allein zwischen 1905 und 1915 regi- strierten die Einwanderungsbehörden 10.122 Millionen Neuankömm- linge, davon kamen allein 1.218 Millionen nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914. Während des Krieges sank die Zahl der Einwanderer laufend ab und erreichte mit HO'OOO im Jahre 1918 ihren Tiefststand. Die wirtschaftliche Not, die mit der Beendigung des Weltkrieges über Europa hereinbrach, liess die Auswanderungsziffern wieder stei- gen, 1920 waren es bereits wieder 420'000, die ihrer alten Heimat den Rücken gekehrt hatten, und in der Periode von 1921 bis 1930 insgesamt 4 Millionen. 1921 sah sich der amerikanische Kongress erstmals genötigt, die Einwanderung temporär auf 350'000 Personen pro Jahr zu limitieren. Drei Jahre später wurde das Gesetz erneuert und die Visumspflicht für Einwanderer eingeführt. Beide Gesetze sahen vor, dass im Verhält- nis zur Gesamteinwanderungszahl aus einem Land nicht mehr Immi- granten aufgenommen würden, als der Prozentsatz dieser Nationalität innerhalb der amerikanischen Bevölkerung bereits betrug. Das Gesetz von 1924 liess allerdings die Möglichkeit offen, gewisse Personen als «nonquota immigrants» zuzulassen, so Personen, die in der westlichen Hemisphäre geboren waren, oder Angehörige von amerikanischen Bür- gern, die vom Ausland einreisten und noch keine amerikanische Staats- bürgerschaft besassen.198 198 US Department of Justice, Immigration and Naturalization Service (Hrsg.), Our Immigration, A Brief Account of Immigration to the United States, S. 6 ff. 115
        

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