entfernt, wurde in der dunklen Verfärbung eine ca. 1.80 m breite Grube sichtbar, die wir dann bergwärts auf 1.30 m Länge und 70 cm Tiefe aus- hoben. In der schwarzen, fettigen und kohlenhaltigen Erde verbargen sich eine Münze des Carinus (283 — 285 n.Chr.)40 und ein Bronzegefäss, das von dünnen Bronzeplättchen als vernietetes Flickwerk förmlich be- schuppt war.41 Das Fragment zerfiel beim Ausgraben leider in zwei Teile. Beachtenswert erschien uns auch, dass der Grubeninhalt sich bis zur Mitte unter die Nordwestmauer (AB) ausbreitete, also älter als die Fundamentunterkante war. Ermutigt durch die beiden Ein- zelfunde, dehnten wir unsere Erhebungen der Grube noch gegen Süd- osten weiter aus bis hin zur Mauer CD. Doch das Ergebnis war ent- täuschend: das dunkle Einfüllmaterial lag zusehends in geringerer Menge unter den grossen Bachbettsteinen. Die Strate erlosch im Bereich der Südostmauer (CD) des Raumes, überdeckt vom römischen Kalk- mörtelboden (Abb. 18). Eine zweite Grube fiel schon bei Grabungsbeginn in der Wandung der grossen Baugrube für den Schulhausbau auf. Die dunkle Fläche von ca. 80 cm Tiefe und 1.20 m Breite lag westlich des Mauerstummels EF. Man erkannte sogar eine vage Schichtung des Grubeninhaltes, in wel- chem auch ein kleiner Knochenrest steckte. Nach ca. 30 cm Aushub be- merkten wir nur mehr sterilen Bachschutt. Die römerzeitlichen Bauleute überdeckten innerhalb des Gebäude- grundrisses, besonders im Nordwestteil, die geschilderten Funde mit- tels einer kräftigen Pianieschicht bis zur Höhe von 484.25 und legten dann auf eine Bettung kleinerer Steine den Kalkmörtel (484.60). Ein Bodenrest von ca. 14 m2 konnte noch untersucht werden: der etwa 8 bis 10 cm starke Belag war gegen die Südecke hin (D) durch Brand gerötet und von Russ geschwärzt (vgl. Planbeilage III). Im geschilderten südöstlichen Anbau (CGHI) gab es keine Hin- weise auf die Bodengestaltung. Die Grundrissfläche war fundleer. 40 Siehe die Münzbestimmung von H. W. Doppler, Baden, im Anhang, M 5 41 Ein Teil dieses Kessels dürfte vor der Jahrhundertwende im Gebiet der Villa gefunden worden sein. In einem Verzeichnis, das einem Schreiben In der Maurs vom 19. August 1897 beilag (Wien, Hofkanzlei 1096/Reg.) heisst es: «Ein Stück mit Nieten versehenes Bronceblech». — Vergleichbare Kessel aus Irrel, Kr. Bitburg, Trierer Zeitschrift, 34. Jahrg. 1971, p. 89, Abb. 5; weitere Literatur Anmerkung 8, p. 89. Ein Kessel mit konkavem Unterteil wird in die zweite Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts datiert. 51
        

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