stellen. Die relativ schmale Portikus war im aufgehenden Mauerwerk kaum als besonders differenziertes Architekturgebilde erkennbar ge- wesen. Die bergseitige Begrenzungsmauer der vermutlich offenen Halle machte nicht den Eindruck eines die Portikus überragenden, stärkeren Mauerwerkes, wie dies im genannten Hof in Seeb zutraf.39 Vielmehr müssen wir auch für den Nendler Bau B II einen schlichten, eingedeck- ten Baukubus annehmen, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger in der axialen Ausrichtung auf das Herrenhaus Rücksicht nahm, eine Portikus aufwies, deren Stützen sehr wahrscheinlich aus Holz bestanden haben und einen der Eingänge in der Nähe der Südecke besass (Abb. 55; s. Rekonstruktionen Nebengebäude BI, BII, Abb. 13). Damit haben wir die eruierbare Geschichte zweier Gebäude «Im Feld» in Nendeln skizziert: in einem Zeitabschnitt eines Jahrhunderts sind zwei Bauten errichtet worden. Setzte der Bau der älteren Anlage um 200 n. Chr. ein, so müssen wir bereits vor 300 n. Chr. die Zerstörung des Zweitbaues notieren. IV. NEBENGEBÄUDE C 1. Grabungsbefund Der Nordecke des Herrenhauses vorgelagert, stand ein kleinerer Bau, der in zwei Bauphasen errichtet worden war (Koordinaten: Y 159.750.0; X 29.511.0). Das Gelände gleitete auch hier mit dem übli- chen Gefälle der Talebene zu (485,60/484,00). Die Planie-Schicht besass deshalb im Grundrissinnern des Hauptraumes eine Mächtigkeit von mehr als einem Meter (Abb. 14, 15, 20; steingerechter Plan Nebenge- bäude C, Planbeilage III; Situation, Abb. 4). Vom ersten Bau C wissen wir, dass er in Südostrichtung im Äus- sern 6,50 m gemessen hatte, während die talseitige Breite nur auf einer Länge von 7,25 m gesichert blieb; der Rest wurde beim Aushub für den Schulhaus-Neubau durch den Bagger zerstört. Auf der Bergseite knickte 39 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 26727. Juli 1975, Nr. 171, 29 Rekonstruktion des römischen Gutshofes Winkel-Seeb; Walter Drack, Der römische Guts- hof bei Seeb, Archäologischer Führer der Schweiz, Zürich 1976, 19, Abb. 14. 43
        

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