Die entsprechende Keramik hat Frau Professor Ettlinger in der beiliegenden Arbeit unter den Fundnummern der Terra Sigillata NRV 1 bis 15 und 35, 36 beschrieben. Es ist dies Ware zu Reibschalen, Schalen, Reliefschüsseln, Tellern und ein Fragment eines Miniatur- gefässes. Der Rest eines Tubulus dürfte vom Herrenhaus ins Gebiet der Grundrisse B I und II verschleppt worden sein. Die Keramik ent- stammt mit einer Ausnahme dem 3. Jahrhundert. Das Randstück einer Schale verweist Frau Ettlinger ins späte 2. Jahrhundert (NRV 73/4). Zum Fundgut aus dem Bereich der Nebenbauten gehören auch ein Stück eines Hirschgeweihs mit Bearbeitungsspuren, ferner eine Spach- tel aus Knochen sowie einige Knochen und Zähne von Haustieren. 6. Deutung, Datierung und Rekonstruktion der ~Nebenbauten BI und BU Anfänglich glaubten wir, im Nebengebäude B I den ersten Bau aus der römischen Pionierzeit im «Nendler Feld» gefunden zu haben (EFGH): einen Bau mit einem vermutlichen Rechteckgrundriss von 21,10 m äusserer Breite und 13,40 m hangseitiger Tiefe. Der Bau aber hatte wohl der Wirtschaft gedient.27 Er nahm in seiner Lage wenig Rücksicht auf die 28,60 m entfernte Villa. Indessen zeigen sich Schwierigkeiten, den beiden sicher feststellbaren Raumteilen des Nebengebäudes B I genaue Funktionen zuzuweisen und seine Entstehung zu datieren. Der dem Tal zugekehrte, grössere Gebäudeteil (20,40x6,10 m2) dürfte eine Bodenhöhe bei 481.40 aufgewiesen haben. Der oblonge Raum musste mit Holzkonstruktionen unterteilt gewesen sein. Und der höher gelegene, schmälere Raum (20,40 x 5,20 m2) mit einer vermutlichen Bo- denhöhe von 481,80 war wohl durch einige Stufen mit dem talseitigen Pendant verbunden. Die Höhen der Spannmauer und die Unterkant- höhen der bergseitigen Aussenmauer stützen diese Annahmen. Eigent- liche Bodenreste bemerkten wir keine, was bei Nebenbauten allerdings keine Ausnahme darstellt2S; auch Feuerstellen konnten keine gefunden werden. Nichts wurde entdeckt, was direkt auf eine menschliche Be- 27 Freundlicher Hinweis von Walter Drack, Zürich, Brief vom 25. November 1974. 28 Walter Drack, Zürcher Denkmalpflege, 5. Bericht 1966/67, 145. 38
        

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