deutete den Stein, ohne ihn je gesehen zu haben, als Meilenstein.17 Landesverweser Stellwag Hess nach dem Stein suchen, der bei der Feldarbeit «an jener Stelle gefunden wurde, an welcher ich heuer in Nendeln die Reste eines römischen Wohnhauses aufgedeckt-habe», schrieb Stellwag an den Fürsten in Wien. Und Stellwag fuhr fort: «Der Eigenthümer des Grundes legte ihn zu den anderen Steinen, ohne ihm weitere Beachtung zu schenken, und «obwohl seither noch kein bedeu- tender Zeitraum verstrichen ist, ist dieser Stein, der nach seiner Fund- stelle zweifellos im Zusammenhang mit dem obigen Römerbau gestan- den und manche wichtige Aufschlüsse hätte geben können, spurlos verschwunden.»18 Ganz isoliert aber steht die Meldung des Wiener Fremdenblattes aus dem Jahre 1897 in den Fundberichten, wonach neben einer Anzahl von Münzen und Bronzegegenständen sogar eine «Statue der Vesta, welche Palladium und Szepter in Händen hält» gefunden worden sei.19 In Tat und Wahrheit hatte der Journalismus ein Münzbild eines römi- schen Geldstückes zur Statue weiterentwickelt.20 III. NEBENBAUTEN BI UND BII 1. Untersuchungen im Baugelände der Schulhausanlage Die Baumaschinen hatten am 19. Oktober 1973 den südwestlichsten Punkt der Gesamtanlage des römerzeitlichen Gutshofes freigelegt. Von hier aus wurde auch mit der Ausgrabung begonnen. Um halbwegs die bevorstehende Arbeit überblicken zu können, wurden rechtwinklig zur abgegrabenen Mauer (AB) mit einem Kleinbagger 1,00 m breite Schnitte gezogen. Die Schnitte lagen dann gegen den Berg hin in einer Distanz von 8.00 m von Grabenmitte zu Grabenmitte, in der Talrich- 17 Samuel Jenny, JBL 1903, 198 f. 18 LRA Nr. 1200, 31. Oktober 1893, Bericht betreffend die Errichtung eines fürstlichen Landesmuesums in Vaduz, Stellwag an den Fürsten. 19 Fremdenblatt, Wien, 15. August 1897, 51. Jahrg. Nr. 225. 20 Jn der Maur stellte die Meldung am 19. August 1897 in einem Bericht an den Fürsten richtig: «es wurde lediglich die im Verzeichnisse erwähnte Vesta darstellende Silbermünze gefunden.» 21
        

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