Gebäudegruppe bildeten einst zusammen mit der den Raum gegen die östlich vorbeiführende Landstrasse abschliessenden Zust ein schönes und lebhaftes — interessanterweise in der Nähe von römischen Fund- stellen gelegenes — Ortsbild. Von diesen Bauwerken sind heute nur noch die Friedhofmauer mit Tor und auch der Pfarrhof erhalten. Der Pfarrhof wurde in den Jahren 1733 — 39 von Baumeister Amann aus Bludenz erbaut, aber schon 1775 war das Haus in einem derart schlechten Zustand, dass 1777, nach dem Eintreffen einer kai- serlichen Bewilligung, die dringenden Restaurationsarbeiten vorge- nommen werden mussten. Von Bedeutung ist auch eine Notiz aus der hervorgeht, dass für die Instandstellung des Pfarrhofes aus dem Erlös von Abbruchmaterialien (Ziegel, Balken, etc.) von der Burg Gutenberg ein Beitrag geleistet worden ist. Wenige Jahre später, anno 1790, mussten am Pfarrhaus erneut Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden. Bei der Feuersbrunst vom 24. Oktober 1795 wurde der nördliche Dorfteil von Balzers zu einem grossen Teil, mit Kirche und Pfarrhof, eingeäschert. Der damalige Pfarrherr Joh. Jos. Mähr drängte in der Folge auf einen sofortigen Wiederaufbau von Kirche und Pfarrhaus. Aber erst nach jahrelang sich hinziehenden, mühevollen und endlosen Verhandlungen mit den kaiserlichen und liechtensteinischen Ämtern zur Beschaffung der notwendigen Mittel, konnte endlich im Jahre 1804 mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen werden. Es würde zu weit führen auf diese triste Zeit, in welche zudem Kriegswirren mithinein- spielten, einzugehen. Im Jahrbuch 24 des Historischen Vereins wird über diese Ereignisse genauestens berichtet. Baudirektor Barraga aus Wien erhielt 1802 den Auftrag Pläne anzu- fertigen. Er fand, dass der Pfarrhof, «nachdem das Gemäuer und die Gewölbe schon 7 Jahre der Witterung ausgesetzt waren, sofort einzu- decken sei.» Aus dieser Anregung Barragas kann geschlossen Verden, dass der Pfarrhof beim Dorfbrand von 1795 nicht ganz zerstört, sondern nur ausgebrannt war und dass die Gewölbe und das massive Bruch- steinmauerwerk der Aussen- und Tragwände sich noch in einem zur Wiederverwendung brauchbaren Zustand befanden. Das Haus, wie es heute dasteht, entspricht also im wesentlichen seinem ursprünglichen barocken Zustand der dreissiger Jahre des 18. Jahrhunderts. 464
        

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