Über Trient langte man am 4. Juli in Ala an, wo nun die Grenze der habsburgischen Lande war. Es ging weiter über den venezianischen Pass, und am 9. Juli kam man endlich nach einer einmonatigen Reise in Mantua an, wo diese Odyssee ihr vorläufiges Ende fand. Einunddreissig Tage war man von Wien bis Mantua unterwegs ge- wesen und die Strecken, die man täglich bewältigte, waren natürlich in Anbetracht der grossen Schwierigkeiten sehr unterschiedlich. Die ge- ringste Tagesreise, über 12 km, war am 27. Juni zwischen Brixen und Klausen, wo der Pass ungeahnte Schwierigkeiten bereitete, die längste Tagesreise betrug 43 Kilometer. Diese Leistung gelang zweimal, einmal am 13. Juni, als man von Mürzzuschlag bis Bruck an der Mur fuhr, das andere Mal am 1. Juli, wo man die Strecke Bozen-Salurn bewältigte. Das ganze Hofstaatspersonal hatte man inzwischen von Wien aus partienweise in Marsch gesetzt. Man stellte Reisegruppen von drei bis vier Kutschen zusammen, die man auf die Reise schickte, und wer in den Kutschen nicht mehr unterzubringen war, fuhr mit der Post nach dem Süden. In Mantua und Casalmaggiore traf nun die ganze umfangreiche Reisegesellschaft zusammen. Die grossen Karossen wurden von den aus Wien mitgenommenen Wagenbauern wieder zusammengebaut und von Vergoldern und Malern restauriert. Die Pferde mussten eingefahren werden. In Casalmaggiore und in Parma wurde für den Fürsten je ein Palast eingerichtet, wo er mit seinem Hofstaat wohnen konnte. Fürst Josef Wenzel reiste mit seiner Suite, insgesamt waren es 16 Kutschen, in Wien am 13. August ab. Er schlug dieselbe Route ein, wie der Lasttransport, über den Semmering nach Süden, durch die Steier- mark und Kärnten dann Drauaufwärts nach Südtirol hinein und Etsch- abwärts über Brixen und Trient. In Casalmaggiore langte man am 23. August, also nach nur zehn Tagen an. Auch hier ging es nicht ganz reibungslos, denn in Sillian stürzte der grosse Hofküchenwagen, der nicht nur das Geschirr, sondern auch Viktualien und Personal führte, um. Zwei Räder brachen, der Tafeidecker brach den Arm, alles musste zurückgelassen werden und man musste sich auf der Weiterreise mit einer Verpflegung in Gasthäusern begnügen; denn es dauerte Tage, bis der Wagen wieder fahrbereit war. Die Festlichkeiten begannen am 3. September, als sich der Fürst mit dem gesamten Gefolge von Casalmaggiore an den Hof von Parma be- XLV
        

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