Der Zehent ist hier mannigfaltig vertheilt. Vom alten Zehent hat die Gemeinde, so wie bei Triesen drei Viertheile aus Privathänden einge- lösst, einen Viertheil aber bezieht die Triesner Pfarrey, doch ist hievon der Zehent aus der Abtheilung des Dorfes rothen Boden, und Prowat- schenk genannt, ausgenommen, welchen mit drei Viertheilen die untere Hofkaplaney zu Vaduz, mit einem Achtl der schaaner, und mit dem letzten Achtl der Triesnerberger Pfarrer zu Rechte hat. Den Nowalzehent bezieht die Triesner Pfarrpfrund mit zwei Dritteln, und die Herrschaft mit einem Drittel. Letzterer ist zugleich mit dem Triesner Zehent an den Triesner Pfarrer verlassen. E Schaan liegt eine starke halbe Stunde nördlich von Vaduz, an der Landstrasse, die mitten durch die Gemeinde zieht, und ist ein Dorf von 164 Haushaltungen, und 718 Einwohnern. Es hat die 82 ausgedehntesten Güter im Lande, doch sind die meisten, nämlich alle, so unter der Landstrasse liegen, tiefländig, und eine bedeutende Strecke ist bloss Streuried. Die Nahrung besteht im Feldbau, Viehzucht, dem wenigen die Ge- meinde treffenden Roodfuhrwerke, und in Weingärten, deren Gewächs jedoch schlecht und sauer ist. Zum Behuf der Roodfuhr von Frucht, und Salzwaaren, die durch die Gemeinden, Vaduz, Schaan, und Triesen, von hier bis Balzers besorgt wird, besteht hier ein eigenes Abstosshaus, das der Aufsicht eines von diesen Gemeinden wählenden Hausmeisters anvertraut ist. Die hiesige Pfarrkirche, und Pfarrey stehen unter dem Patronat des Churer Domkapitels, welches in mehreren alten Urkunden parochus perpetuus genannt wird, aus welchem Grunde dasselbe schon mehr- mahl versuchte, die Pfarrei durch einen Vicar zu versehen, die Ein- künfte der Pfrund aber entweder selbst einzuziehen, oder einem in Chur residirenden Domherrn zu überlassen, was jedoch niemahl von Herrschaftswegen gestattet, sondern immer darauf gedrungen worden ist, dass ein ordentlicher Pfarrer bestellt, und ihm der Bezug sämtlicher pfarrherrlichen Einkünfte eingeräumt werde. 268
        

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