Sie wird durch den, aus dem St. Katharinabrunnen entspringenden, sich in den Rhein verlierenden Balzerer Giessen betrieben. In, und um Balzers geht der Südwind ausserordentlich stark, bricht durch den St. Luziensteig ein, prellt von den entgegengesetzten schwei- zer Gebirgen zurück, und wehet oft im Wirbel so fürchterlich, dass er Häuser abdecket, und alles verwüstet. Sogar beladene Wägen werden durch ihm auf der Strasse umgewor- fen. Er verdirbt auch sehr viel an Bäumen, lässt den Nachwachs nicht aufkommen, weswegen hier die Baumzucht von Zeit zu Zeit immer mehr, und mehr abnimmt. C Triesen ist eine zwischen Vaduz, und Balzers liegende, aus 125 Haushaltungen bestehende Dorfsgemeinde, worinn dermahl 639 Men- schen wohnen. Sie liegt östlich ob der Land- 76 Strasse, und ziehet sich von dieser in einem einschneidenden Thale der Bergkette zu. Nach beweislosen Sagen soll in den uralten Zeiten hier eine be- deutende Stadt gestanden, aber durch Bergschlüpfe, und Rüfen ver- schüttet worden seyn. Die Laage der sie umgebenden Anhöhen, und ihr rüfeartiger Boden geben dem Gerüchte Wahrscheinlichkeit. Sie war selbst zur Zeit, als das Fürstenthum an das fürstliche Haus kam', weit mehr, als dermahl bevölkert, weil aus selber in der oberen Landschaft die meisten Mannspersonen den Huldigungseid leisteten. Sie muss mit den Umgebungen ehedem eine von der Grafschaft Vaduz getrennte Besitzung ausgemacht haben, denn noch itzt sieht man ein, sich in der festen Bauart, und Höhe vor andern auszeichnendes Bauernhaus, worinn die Herrn von Triesen gewohnt haben sollen; wo- her auch der Namen entsprungen seyn mag. Sie hat eine eigene alte, baufällige Pfarrkirche, die samt der Pfrund unter dem herrschaftlichen Patronate steht. Neben dem Pfarrer ist von der Gemeinde eine eigene Frühmess- pfrund gestiftet, die bei sich ereignender Erledigung vom Churer Bi- schoffe besetzt wird. 264
        

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