in den letzten zwei Jahrzehenten langwierige drükende Kriege, wäh- rend denen das Land durch 48 Einquartierungen, Plünderungen, Lieferungen, und andere kostspielige Beiträge hart mitgenommen worden, und in Kontrahirung bedeutender Gemeindschulden den einzigen Ausweg fand, den gemachten Anfor- derungen entsprechen zu können; und endlich, —• um das Elend auf das höchste zu treiben, — gesellten sich zu all diesen Uibeln noch mehrere vollständige Misjahre nacheinander, in denen, da jeder mit seiner Lebensfristung zu kämpfen hatte, nicht nur nichts abgezahlt, ja sogar der Schuldenstand vermehrt wurde, und die Zinsen in Rukstand blieben, was alles den Einwohner auch bei erwartenden ruhigen, und fruchtbaren Jahren bedeutend drücken wird, und nicht sobald eine Erleichterung des Landmannes erwarten lässt. Unter solchen misgünstigen Verhältnissen würde jeder andere sich mehr auf auswärtigen Verdienst verlegen, und jede Gelegenheit be- mühen, die sich ihm darbiethet auf andere Art, als in verschuldeten Landgütern sein Auskommen zu finden. Allein der Lichtensteiner sucht solche Auswege nicht, und wenn er gleich mit den grössten Entbehrungen, ja mit dem fühlbarsten Mangel kämpfen muss, so hat er doch zu viel Vorliebe für seine angewohnte Lebensweise, als dass er sie mit einer andern verwechseln 49 sollte, bei der er strenger, und anhaltender arbeiten, und seiner per- sönlichen Freyheit zum Theile entsagen müsste. Von jeher waren alle Landgüter frei, und theilbar; starb ein Fa- milienvater, so war. es nicht an dem genug, dass die Güter einzeln unter seine Erben getheilet worden wären, sondern es musste unter dem Vorwande, dass keiner verkürzet werde, jedes einzelne Stük in so viele Theile, als Erben waren, zerstüklet, und jedem sein Betrefniss an jedem Stük Boden zugewiesen werden. Diese Zerstüklung gieng von Erbfall zu Erbfall, die Güter wurden so immer kleiner, woher es kömmt, dass die dermahligen in den kleinsten Abtheilungen bestehen, denn wenn gleich die weitere Zer- 247
        

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