chem sie unbeschadet des von den Gemeinden beziehenden Emolumen- tes, Zulagen geniessen. Es sind sogar einige Landeskinder die Fähigkeiten verriethen, und Lust zum Lehrfache zeigten, aus diesem Fonde unterstützt worden, um sich in Musterschulen zu Lehrern zu bilden, daher mit Recht zu erwar- ten steht, dass von Zeit zu Zeit bessere Fortschritte in dem Schulwesen werden gemacht werden, die nicht anders als wohlthätig auf die Kultur des Menschen wirken müssen. Unter dem erwachsenen Volke ist die Abneigung gegen jede Neu- erung, worunter man auch die Einführung dieser Anstalt rechnet, zu gross, die Kinder werden nicht fleissig genug zur Schule geschickt, nur mit anhaltenden Geld- und anderen Straffen gegen die Altern kann es dahin gebracht werden, dass die schulpflichtige Jugend den Unter- richt besuche, sie wird in ihrer ohnehin 42 natürlichen Abneigung gegen das Lernen, durch die meisten Altern unterstützt; — der Schule unter dem Vorwande, dass man sie zu Hause brauche, so viel als möglich entzohen; im häuslichen Kreise mit den eingewurzelten Vorurtheilen, und üblen Gewohnheiten bekannt ge- macht; — und so kann die Bildung, da so viele Hindernisse bekämpft werden müssen, nur langsam vorwärts schreiten, weswegen ihr Gutes erst in den künftigen Generationen bemerkbarer seyn wird. In religiöser Rüksicht ist es nicht viel besser, der Einwohner sieht hier das zeremonielle des Gottesdienstes für das wesentliche an, und kennt dieses gar nicht. Er glaubt alles gethan zu haben, wenn er recht oft die Kirche besucht, keine von den häufigen Prozessionen versäumt, und sich an den gebothenen Fest- wie auch an dispensirten Feyertagen von aller Feldarbeit enthält. Leztere sind sogar wichtiger, als erstere, daher er ohne Bedenken an den, allgemein anerkannten Sonn und Festtagen sich dem Fuhr- werke, und anderen häuslichen Geschäften viel früher widmet, oder auf seinen Handel sinnet, oder seinen Geldeintreibungen nachgeht, als an dispensirten Tagen etwas zu arbeiten. Vordem bestunden eine Menge Feyertage, 243
        

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