Sie sind im eigentlichen Sinne nur Pfuscher, und können nicht blos wegen Mangel an Arbeit nicht einmahl Lehrjungen aufnehmen. Die, sc ihr Handwerk ordent- 37 lieh erlernen wollen, müssen sich bei Meistern im Auslande verdingen, wozu sie in der benachbarten Stadt Feldkirch die schönste Gelegenheil haben, sich nach Beendigung ihrer Lehrjahre, und erfolgter Freyspre- chung durch Wandern in fremden Ländern vervollkommern, auch dort wenn sie vom Handwerke leben wollen, ihre Versorgung suchen. Zünfte, und Innungen, die nur in Städten und industriösen Gegen- den Vortheil gewähren, lassen sich wegen Unbedeutenheit des Landes, das in seinem Bezirke nicht einmal ein kleines Städtchen aufweisen kann; — der Armuth der Einwohner; — und dem äuserst beschränkten Absätze der Handwerkserzeugnisse nicht einführen, und so übt jeder das, was er gelernt zu haben glaubt; ungehindert. In diesem Sinne giebt es Bäcker, Sattler, Schmiede, Schlosser, Wag- ner, Schreiner, Glaser, Schuster, Schneider, Säkler, Weber, Stricker, Gärber, und Metzger genug im Lande. Die letzteren betreiben ihr Handwerk nur in so ferne, in wie ferne sie in die Häuser zum Schlachten ein, oder des andern Viehes geruffen werden. Auf ihre Rechnung zu schlachten, und auszuwägen, mangelt es ihnen am Absatz, weil der Landmann das ganze Jahr hin- durch nie ein frisches, und sehr wenig geräuchertes Fleisch geniesst, die wenigen Beamten, Geistlichen, und sonstigen 38 Fleischconsumenten aber bei weiten nicht so viel abnehmen, dass ihret- wegen ein Stuk Vieh geschlachtet werden sollte. Wer frisches Fleisch gemessen will, muss es sich aus dem Auslande, gewöhnlich von Feld- kirch her, beischaffen. Auf das Mauerer und Zimmermannsgewerbe verlegen sich viele hiebei finden sie noch ihre beste Rechnung, sie gehen beim Beginne des Frühjahres nach der Schweiz, Frankreich und Schwaben, oder dort- hin, wo es was zu verdienen giebt, bleiben bis zum Spätherbste aus während dem sie um Lohn als Gesellen, Lehrjungen, oder auch nur als 240
        

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