Indessen erkennt der Landmann den Nutzen nicht, lässt dem Kalbe kaum durch sechs Wochen die halbe Milch, denn die andere verzehrt er selbst, fordert, dass das Rind schon zu Ende des zweiten Jahres seines Alters, wohl auch schon früher kälbere, nährt das Vieh den Winter hindurch sehr kärglich, trift keine gute Auswahl der Sprungstiere, und alle Aufmunterungen verfangen nicht. Die Pferde sind klein, unansehnlich, übrigens aber vom festen dauerhaften Baue, und die Nachzucht nicht von Bedeutung. 33 Schaafe werden nicht viel gehalten, und sind vom gemeinsten Schlage. Borstenvieh ist noch seltener, weil dessen Unterhalt zu kostspielig ist. Der Wein ist nach Beschaffenheit der Laage der Weingärten von verschiedener Qualitaet, er besteht aus zweierlei Sorten, dem weissen, und dem rothen, ist im ganzen besser, als der Feldkircher, und eben so guth, als der Bündner, allein doch sauer, nicht haltbar, und steht oft im zweiten Jahre schon ab. Er wird meistens gleich im Presshause als Most verkauft, weil es dem Landmanne an Stammvermögen, gutten Kellern, und Fassung gebricht; der rothe ist um die Hälfte werther als der weisse, und hatte ehedem starken Absatz ins Vorarlbergische. Seit dem aber die Einfuhr mit bedeutenden Mautgebühren be- schwert ist, kann nur weniges dorthin verkauft werden; der Haupt- verschleiss ist nebst der eigenen Consumtion dermahl, da Bünden eigenes Gewächs hat, nur nach dem Kanton St. Gallen über den Rhein hinüber offen, und wird bei Gerathjahren aus Mangl zureichender Käufer gehemmet. Der Türkenbau wird stark, und vollkommen gut betrieben; der Ertrag dieser Frucht ist in Gerathjahren viel ausgiebiger, als der Halmenfrüchte. Sie ist die Hauptnahrung des Landmanns, und das Mehl wird in der gemeinen Haushaltung höher geschätzt, als jenes von Halmenfrüchten, weil es schwerer 237
        

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