20 hinabsenken, und so immer wieder erneuert werden müssen, eingefasst, und geschützet werden, so würde er, da er in schlangenförmiger Rich- tung strömt, bald an diese, bald an die schweizer Seite anprellt, und sein Flussbeet zwischen beiden breiten Ufern öfters verändert, auf den Punkten, wo man ihm keinen kräftigen Widerstand entgegensetzt, aus- reissen, und das ganze Land mit schreklicher Verwüstung, ja mit gänz- lichem Untergange bedrohen. Eine unermessliche Menge Steiner, so schwer, als sie nur immer zu haben, oder fortzuschaffen möglich sind, müssen von Jahr zu Jahr durch jede Gemeinde, deren Gebieth an diesem Steinfresser anstösst, ans Ufer gebracht, neben den Ufern ins Wasser gelassen, und damit fortgefahren werden, bis sie eine mit dem Ufer gleich hohe undurchdringliche Stein- mauer bilden, und seinem Eindringen widerstehen. Hiezu werden bei Gemeinden in deren Bezirke Rüfen sind, die grössten Rüfesteiner verwendet, dort aber, wo keine sind, als bei den Gemeinden der unteren Landschaft, müssen Steine vom Felsen mit Pulver gesprengt, und eigene Steinsprenger unterhalten werden. So macht die Vorsehung das Uibel, das sie 21 dem Lande auf einer Seite zufügt, auf der anderen Seite zum wohltäti- gen Bedürfniss, und beweiset indurch die vollkomenste Zwekmässig- keit ihrer Wirkungen. Schwer, oder gar nicht könnte der Rhein bewuhrt, und bezwungen werden, wenn nicht die Natur in seiner Nähe Steingebirge geordnet, und Steinmassen von Zeit zu Zeit von der höchsten Höhe der Gebirge heruntergeschoben hätte. Die zu bewuhrenden Strecken dehnen sich bei den meisten Gemein- den /: denn nur Schellenberg und Mauern auf der unteren, und Tries- nerberg und Planken auf der oberen Landschaft sind von dieser Bürde befreit :/ stundenlang, ja wohl auch darüber aus, daher der Geld- Zeit- und Kraftaufwand bedeutend, und eine Hauptbeschwerde der Land- bewohner ist. Es giebt gefährliche Unglück drohende Perioden, in welchen aus jeder Gemeinde alle Menschen, und Vieh, und alles, was sich nur be- 229
        

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