schichlichen Vorgänge und Zustände so plastisch greifbar wie in kei- nem anderen Dokument dieser Zeit. II. DIE LANDESBESCHREIBUNG Landvogt Joseph Schuppler schickte seine «Beschreibung des Für- stenthums Lichtenstein» am 25. Juni 1815 an den Fürsten.7 Er wollte mit dieser umfassenden Darstellung der Verhältnisse in Liechtenstein vor allem Rechenschaft über seine Tätigkeit seit der Amtseinsetzung und über den Stand der ihm damals zur Durchführung übertragenen Reformen geben. Bereits 1812 war Schuppler nach Wien gereist und hatte die fürstliche Hofkanzlei über den Forschritt des Reformwerkes unterrichtet.8 Der Fürst hatte sich «mit Vergnügen von der Erfüllung der unterm 7. Oktober 1808 vorgeschriebenen Instruktion überzeugt» und seine «gnädigste Zufriedenheit zu erkennen gegeben».9 Dies hatte Schuppler ermuntert, den Fürsten zu bitten, «auf ihn bei künftig ein- tretenden Besetzungen der Trübauer, Hohenstädter oder Eisenberger Amtmannsstellen Bedacht zu nehmen».10 Schupplers Bitte war gnädig aufgenommen worden und er konnte sich Hoffnung auf eine baldige Beförderung machen. Als sich sein Wunsch dann nicht erfüllte, nahm der Landvogt offensichtlich die Gelegenheit wahr, bei der Einsendung der Landesbeschreibung den Fürsten erneut auf die ihm versprochene Versetzung aufmerksam zu machen. Jedenfalls hatte der Fürst dem «rühmlichen Elaborat» nicht nur seinen «Beifall geschenkt», sondern der Hofkanzlei auch befohlen, Schuppler «nebst der Höchsten Zufrie- denheit auch die Versicherung zu erkennen zu geben, dass, sobald es die Umstände tunlich machen werden, die angesuchte Übersetzung auf eine Herrschaft des ehemaligen Trübauer Bezirks stattfinden könne».11 Schuppler musste dann allerdings trotz dieser fürstlichen Versicherung noch 12 Jahre auf seine Versetzung warten. 7 LLA SR B3, Nr. 210 pol., 10. Dez. 1815. HKW an Schuppler. (Abschrift) 8 LLA SR B3, Nr. 210 pol., 26. Juni 1812. HKW an Schuppler. (Abschrift) 9 a. a. O. 10 LLA SR B3, Nr. 210 pol., 18. Jan. 1813. HKW an Schuppler. (Abschrift) 11 LLA SR B3, Nr. 210 pol., 10. Dez. 1815. HKW an Schuppler. (Abschrift) 202
        

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