mag auch die eine oder andere Schale oder Tasse ebenfalls von dort kommen. Es findet sich keinerlei Hinweis darauf, dass Ware des 3. Jh. aus helvetischen Werkstätten bezogen wurde, obwohl diese Gattung z. B. in Chur verschiedentlich gefunden worden ist.2 Um dem Leser eine Vorstellung von den Sigillatagefässen zu geben, die in Nendeln gebraucht wurden, und von denen uns nur sehr kleine Scherben erhalten geblieben sind, ist die Taf. 3 mit Zeichnungen nach entsprechenden ganzen Gefässen beigefügt worden. Andere Keramik Sehr merkwürdig ist nun, dass diese importierte Sigillata von fast keinem anderen feineren oder gröberen Tafel- und Küchengeschirr be- gleitet ist, ausser einer gewissen Anzahl von Reibschalen. Üblicherweise finden sich in Siedlungen unserer Gegend in der späteren Kaiserzeit reichlich Scherben von Trinkbechern mit Glanzton- überzügen, von Kochtöpfen und einfachen Schüsseln sowie von Krügen und grossen, bauchigen Flaschen.3 Aus Nendeln liegen einzig und allein, vor: 4 Scherben von Krügen, 2 Scherben von Trinkbechern der Form Niederbieber 32, 2 Scherben von einfachen Schüsseln und schliesslich die Reste von zwei (oder mehr?) schlanken, hohen Lavezgefässen, wie sie im Ostalpengebiet in späterer römischer Zeit häufig als Kochgeschirr Verwendung fanden. Sie wurden in südalpinen Tälern (Val Malenco, Val Lavizzara) hergestellt. Reibschalen sind jedoch in beträchtlicher Zahl vorhanden. Diese innen mit groben Quarzkörnern gerauhten Schalen erfreuten sich in der späteren Kaiserzeit besonderer Beliebtheit beim Küchengeschirr. Sie sind auch früher schon gut bekannt, treten aber nicht in so grossen Mengen auf. Dies muss auf spezielle Zubereitungsgewohnheiten der Mahlzeiten zurückzuführen sein. Diese Schalen dürften, da sie ja regel- mässig mit einem Ausguss versehen sind, zum Verreiben von gröberem 2 Helvetia Antiqua, Festschr. E. Vogt, Zürich 1966, 233 ff. mit der älteren Literatur. 3 Man vergleiche z. B. E.Vogt, Der Lindenhof in Zürich, 1948, Abb. 42 und 49. 177
        

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