Bei Erdarbeiten für eine neue Turnanlage in Nendeln wurde im Jahre 1973 der Standort der römischen Villa, welche schon 1893/96 von Samuel Jenny ausgegraben worden war,1 wieder entdeckt. Neu zum Vorschein kam unter anderem ein 25 Meter nordwestlich des Haupt- baues gelegenes Nebengebäude. An diesem interessiert uns, dass die Westmauer der älteren Bauphase auf eine prähistorische Fundschicht gesetzt war. Diese konnte auf einer Länge von rund 10 Metern und bis zu einer Breite von etwa 5.30 Metern verfolgt werden (vgl. Plan, Situa- tion; Grundriss B I, II). Die ziemlich dünne Kulturschicht lag über anstehendem, lehmigem Bachschutt des Kleinlochbaches und war von rund 80 bis 100 cm humosem Bachschutt überdeckt. Eine Gliederung der Strate wurde nicht beobachtet. Erhalten blieb im Südteil eine runde Feuerstelle von 1 Meter Durchmesser. — Eine weitere prähistorische Fundstelle wurde rund 30 Meter südlich des Herrenhauses in Form einer Grube mit feiner, fettiger und schwarzer Einfüllung angeschnitten. Die Grube ist bei den Aushubarbeiten leider etwa zur Hälfte zerstört worden. In der Einfüllung fand sich lediglich ein vereinzelter Gra- phitton-Scherben. Von den beiden Fundstellen wurden geborgen: 1. Randstück eines Graphitton-Gefässes mit flüchtig ansetzendem Kammstrich, äusserer Rand-0 17 cm. 2. Randstück mit Innenkante und schräg abgestrichenem Rand. 3. Dito. 4. Henkelfragment mit rundlichem Querschnitt, auf dem Rücken flüchtig angebrachte Querrillen, seitlich je eine Längsrille, hell- roter Brand. 5. Fragment eines Ausguss-Schnabels mit scharf abgestrichenem Rand, aussen zwei senkrecht übereinander sitzende Knubben (bestossen, eventuell Ansätze eines Henkelchens?), auf dem Hals horizontale Rillen und Schrägkerben. 6. Randschneppe mit scharf abgestrichenem Rand, ganz schwach angedeutete Randkerbung. 7. Randstück einer Schale, hellgrauer Ton, 0 ca. 25 cm. 8. Randstück eines Schälchens, 0 ca. 12 cm. 1 JBL 3, 1903, 189 ff. 147
        

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