alten, noblen Gutshof von Sargans zerstörte man in der Zeit von 270 bis 288 n. Chr.130 Das Leben in unserer Gegend ging trotzdem weiter. Um 317/330 n. Chr. bezog man den Krüppel oberhalb Schaan abermals.131 Balzers scheint in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts relativ gut besiedelt ge- wesen zu sein.132 Das nahe Kastell in Schaan bauten die Soldaten um 370 n. Chr.133 Der Gutshof in Nendeln dagegen war zu dieser Zeit seit zwei Generationen nicht mehr besiedelt. Wenn wir abschliessend uns die bauliche Gesamtlage von Nendeln vor Augen führen, bemerken wir die geordneten Massverhältnisse in der Disposition der Bauten, die im fallenden Gelände einen ca. 30.00 x 30.00 m2 gegen Südwesten offenen Hof gebildet haben (s. Rekonstruk- tions-Skizze, Abb. 55). Den Gutsbetrieb von Nendeln kann man als einen römerzeitlichen Kleinbetrieb bezeichnen. Besonders begütert mussten die Besitzer nie gewesen sein. Das bewirtschaftete Gebiet überstieg kaum die Fläche von 80 ha. Das heute gerodete und besiedelte Gebiet bis zum Trasse der österreichischen Bundesbahn umfasst ca. 74.2 ha.134 In römischer Zeit aber strichen die Hanglagen weiter ins Tal hinaus, weil die Talsohle in der Zwischenzeit um ca. 2.50 m durch das Schwemmgut des Rheines angehoben worden ist.135 In dicht besiedelten Gebieten diesseits der 130 Benedikt Frei, a. a. O., 20. 131 Hans-Jörg Kellner, a. a. O., 74 ff. 132 Bernhard Overbeck, 1973, a.a.O., 148 ff.; Georg Malin, Bericht zur Aus- grabung Balzers-Winkel, JBL 1967, 29 ff. Die Literatur über das römer- zeitliche Balzers ist hier aufgeführt. 133 David Beck, Das Kastell Schaan, JBL 1957, 229 ff.; Georg Malin, Das Ge- biet Liechtensteins unter römischer Herrschaft, JBL 1958, 35 ff.; David Beck, Ausgrabungen St. Peter in Schaan 1958, JBL 1958, 283 ff.; Elisabeth Ettlinger, Die Kleinfunde aus dem spätrömischen Kastell Schaan, JBL 1959, 225 ff.; Hans-Jörg Kellner, Die Kleinfunde aus der spätrömischen Höhen- siedlung «Auf Krüppel» ob Schaan, JBL 1965, 82 ff. (Zur Zeitstellung des Kastells). 134 Siehe Abbildung 2 mit Ausschnitt aus der Liechtenst. Landeskarte 1 :10000. Die Berechnungen lieferte Ing. Ulf Markowski, Feldkirch. 135 Vgl. Georg Malin, Bericht zur Ausgrabung Balzers-Winkel, JBL 1967, 36, 45 ff.; Beobachtungen bei Arbeiten für die Kanalisation Balzers südlich des Grabungsgebietes in unmittelbarer Nähe der zweiten Brücke bestä- tigten am 2. September 1975 den früheren Befund. Bei den Koordinaten 137
        

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