Das Kaltbad (frigidarium) schloss sich auf der Talseite dem Warm- bad an. Auch hier ein länglicher Raum mit einer Apside an der Nord- ostseite. Das übliche Laubad, wie es etwa in Schaan im Kastell111 oder in Schaanwald112 gefunden werden konnte, fehlte in Nendeln. Im Nendler Gutshof begnügte man sich mit den Grundbestandteilen des römerzeit- lichen Kleinbades.113 Bauphase 4, Anbau des Raumes 21 Vermutlich recht bald nach der Errichtung der Elementarbestand- teile des römischen Kleinbades fügte man an die Nordecke des Nord- risalites einen beinahe quadratischen Raum (21) bei, der im Lichten 3.45 (3.55) x 4.25 (4.30) m2 mass. Es ist möglich, dass der Anbau anläss- lich der Umbauten im Caldarium erfolgte. Samuel Jenny bezeichnete den Raum 21 als «Accessorium», welcher terrassenartig gestaltet, die Bewohner die Schönheit der Landschaft geniessen liess. In der ur- sprünglichen Konzeption kann der Dienst als Terrasse in ihrer Aus- weitung bis zur Eingangspartie des Herrenhauses als Hypothese ange- nommen werden. Als dann die südwestliche Begrenzungsmauer des Raumes 21 eingezogen worden war, dürfte dieses Zimmer, den Bedürf- nissen der römerzeitlichen Badekultur entsprechend, als Umkleideraum gedient haben; vielleicht auch als Raum für gymnastische Übungen, während welchen man sich mit Wasser bespritzte, (deshalb auch der Ablauf in der Ostecke). 6. Vierte Bauetappe, bauliche Veränderungen in den Räumen 4, 5, 6 Die letzten baulichen Unternehmungen im Nordostteil des Herren- hauses in Nendeln sind eher schwierig auseinanderzuhalten, weil 111 David Beck, Das Kastell Schaan, JBL 229 ff., 257; weitere Literatur: Georg Malin, Das Gebiet Liechtensteins unter röm. Herrschaft, JBL 1958, 64 f. 112 Adolf Hild, Die Badeanlage eines röm. Landhauses zu Schaanwald, JBL 1928, 162 ff. 113 Das Bad der Römer-Villa in Bellikon-Aargau scheint jenem von Nendeln formal sehr nahe zu kommen. Vgl. Walter Drack, Die römische Villa Rustica von Bellikon-Aargau, ZAK Bd. 5, 1943, Heft 2, 98 ff. Weitere Lite- ratur, 99 Anmerkungen 17, 18. Vgl. ferner Walter Drack, Archäologie der Schweiz, Bd. V, 1976, 58 ff. 130
        

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