hat man in einem Bauvorgang dem Herrenhaus angefügt. Dazu kamen noch die Apsiden, welche als Wannen dienten, sowie das Präfurnium mit dem anschliessenden Depotraum 18 (1.50x 1.05/1.20 m2). Bei der Anlage des Warmbades wurden Konstruktionselemente zum Hypokaust, vor allem Sandsteinsäulen aus der ersten Badeanlage, wieder verwendet. Bauphase 2, bauliche Veränderungen im Warmbad An der ursprünglich nicht beheizbaren, halbkreisförmigen Wanne des Warmbades 19 beobachteten wir den nachträglichen Einbau einer Stufe entlang des Kreisdurchmessers, im Gegensatz zum Kaltbad, wo die entsprechende Stufe gleichzeitig mit der Wanne entstanden ist (Abb. 21, 22, 48, 49, 52). Bauphase 3, Hypokaustierung der Wanne im Warmbad In einem dritten Bauvorgang hypokaustierte man die Wanne im Raum 19 mittels zweier käsbissenartiger Pfeilerchen. Wahrscheinlich ergänzte man gleichzeitig ausgebrannte und schadhafte Pfeiler im Hypokaust mit geschichteten Ziegelpfeilern. Alle diese Vorgänge entziehen sich einer Feindatierung, nachdem ausser eines Restes einer Reibschale nichts im Grundriss des Bades ge- funden werden konnte. Die Faustregel, laut welcher bis zu Ende des 2. Jahrhunderts mit Vorliebe Sandsteinpfeiler zur Konstruktion der Hypokauste Verwendung fanden, während im 3. Jahrhundert geschich- tete Tonplatten zur Stützung des Suspensura-Bodens vermauert wurden, dürfte auch in Nendeln gelten. Die Funktionen der einzelnen Baderäume hat schon Jenny in seinem Bericht klar dargestellt: Beheizung des Warmbades (caldarium) von einem offenen Heizraum (17) aus mittels des Präfuniums, an welches sich der Holzbunker zur Deponie des Brennstoffes anschloss. Die eigent- liche Warmwasserwanne (alveus) war, wie erwähnt, ursprünglich nicht direkt heizbar; man trug vielmehr das aufgewärmte Wasser von einer Feuerstelle beim Nordrisaliten zur Wanne.110 110 Gleiches vermutet Samuel Jenny in der «Villa eines Vornehmen» in Bregenz, Vorarlberg, «Bauliche Überreste von Brigantium», Mitteilungen der Zentralkommission, 1886, 77. 129
        

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