Bauphase 3, Einbau des Zimmers 9 Die dritte Bauphase der Urvilla ist gekennzeichnet durch folgendes bauliches Unternehmen: als ersten gemauerten Einbau in der Halle er- kannten wir deutlich den Raum 9 (3.00x3.80 m2), den man vom Atrium her betreten konnte.60 Dieses Zimmer stellte den ersten, nachweisbar heizbaren Raum im gesamten Gutshof dar. Wie bereits erwähnt, fanden wir hier Molasse-Sandsteinsäulen und die Auflage des Suspensura- bodens. Die klaren Trennfugen bei den Maueranschlüssen und der nur hier feststellbare sehr gelbliche Mörtel im neuen, eingefügten Mauereck dokumentierten den eigenständigen- Bauvorgang (Abb. 22). Bauphase 4, Einbau der übrigen Zimmer Erst in einem vierten Unternehmen gedieh der Innenausbau der Urvilla zu einem Abschluss. Anstelle der vermuteten Holzeinbauten traten die restlichen Zimmer, gemauert im streng gefügten Rechteck- grundriss der Villa. Es sind dies die Zimmer 10, 11, 12, 3, 4, 5. Der Raum 10 (4.00x4.00/4.70 m) musste offenbar als Heizraum für die Zimmer 9 gedient haben. Hier scheinen auch Geräte getrocknet worden zu sein; so hatte Jenny bei seinen Ausgrabungen um 1893/96 Pferdegeschirrbeschläge im Raum' 10 gefunden und das Zimmer als «Geschirrkammer» bezeichnet.90 Die in der Südecke des Zimmers an- gelegte, ehedem ins Freie führende Türe, hätte der Zufuhr von Brenn- material und der Einlieferung von Geräten gedient. (Später, als die Anbauten 13 und 14 an der Südwestfront des Urhauses beigestellt wurden, veränderte man das Gelass.) Über die Funktionen der Zimmer 11 (4.10x2.55/3.10 m2) und 12 (3.00 x 6.40 m2) konnte keine Klarheit erreicht werden. Jenny glaubte, im Raum 12 einen Keller gefunden zu haben, weil hier ein Gewölbestück aufgefallen sei, während die Zimmer 11 und 15 nach Meinung der er- sten Ausgräber Wohnräume für das Gesinde gewesen sein könnten.91 89 Samuel Jenny hat diese Türe in den Plänen eingezeichnet, vgl. Jenny a. a. O., 192 Fig. a. 90 Samuel Jenny, a. a. O., 195. 91 Samuel Jenny, a. a. O., 196. 122
        

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