3. Erste Bauetappe, Errichtung der Urvilla Bauphase 1, Bau der Portikus und der Risaliten In einer abschliessenden Zusammenfassung soll versucht werden, die Funktionen der einzelnen Raumteile unter Zuhilfenahme von Pa- rallelen zu erläutern, sowie Rekonstruktionen und Datierung zu über- denken. Anhand von Baufugen aber können vorerst die Baufortschritte an der Villa aufgezeigt werden. Die eigentliche Frühzeit der Villa dürfte, was die baulichen Details betrifft, nie ganz geklärt werden. So erscheint der vermauerte Laufstein einer Handmühle im frühesten Mauerwerk des Westrisalits des Herren- hauses als Hinweis auf eine den nachgewiesenen Steinbauten vor- gängige Besiedlung des Platzes. Ob nun die erwähnte Mauergrube vor der Nordwestfassade des Baues oder nicht auffindbare Reste von Holzbauten Zeugen der ersten römerzeitlichen Besiedlung gebildet ha- ben, kann nicht ausgemacht werden. Wir haben auch nichts gefunden, was einen der geschilderten Nebenbauten als Vorläufer der Villa aus- gezeichnet hätte. Es ist aber durchaus möglich, dass anstelle der späteren Halle der Villa ein erster Holzbau gestanden ist, an welchen in einem zweiten Unternehmen die Portikus und die Risaliten angefügt worden sind. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Kombinationen vor- römischer Häuser mit später vorgesetzter Portikus und Risalittürmen im Raum von Trier bei ähnlichen Grössenverhältnissen in den Bau- volumen wie in Nendeln.84 Aufgrund der Mauerverbände konnte festgestellt werden, dass die beiden Risalite und die Portikus, welche in der Fassade eine Flucht bildeten, in einem Bauvorgang errichtet worden sind. Die Wohnfläche dieser Räume betrugen für die Portikus 12.50/12.70x3.40/3.60 m2, für den Raum 8 aber 3.80/3.90x4.00 m2; dieselben Masse dürften ursprüng- lich ungefähr auch für den Nordrisaliten angenommen werden, den man später mit einer Heizung ausstattete und gegen Osten erweiterte. 84 Heinz Cüppers u. Adolf Neyses, Der römerzeitliche Gutshof mit Grabbezirk u. Tempel bei Newel. Kr. Trier-Land, Trierer Zeitschrift 34. Jahrg. 1971, 143 ff. 119
        

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