Ich bin mir bewusst, dass man mit Superlativen zurückhaltend und sparsam umgehen sollte. Vor allem in unserer heutigen Zeit, da ge- schulte Werbefachleute tagtäglich neue, sich gegenseitig übertrumpfen- de Schlagwörter zur Hand haben. Wenn ich den 10. Februar 1901, den Gründungstag des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein, gleichwohl als Sternstunde für unser Land bezeichne, so greife ich damit bestimmt nicht zu hoch. Kaum eine Vereinigung in unserem Lande hat durch 75 Jahre eine ähnliche Kontinuität erlebt, wie der Historische Verein, keine andere bisher auf historischem und kulturpolitischem Gebiete annähernd so- viel geleistet wie er. Was die ersten Statuten des Vereins einfach und bescheiden als Zielsetzung vermerkten, nämlich die Förderung der vaterländischen Geschichte, ist in den folgenden Jahren und Jahrzehnten nicht nur erreicht, sondern in jeder Hinsicht bei weitem übertroffen worden. Obwohl die systematische Erforschung unserer Geschichte und Kultur, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, wie beispielsweise Peter Kaiser, erst mit der Gründung des Historischen Vereins und damit relativ spät einsetzte, gibt es wenige Gebiete in Europa, die prä- historisch besser und umfassender erforscht wurden als Liechtenstein. Das ausschliessliche Verdienst dafür kommt dem Historischen Verein zu, dessen Arbeit gerade in diesem Bereich weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Anerkennung und Bewunderung hervorgerufen hat. Eine weitere, grossartige Leistung des Vereins sind die bis heute erschienenen 74 Bände des Jahrbuches, welches man als das Standard- werk mit sämtlichen Aspekten der liechtensteinischen Geschichts- schreibung bezeichnen muss. In räumlicher Hinsicht sind die Arbeiten im wesentlichen auf die Landesgeschichte beschränkt und erfassen ein nur sehr kleines Terri- torium. Aber dieses Territorium erhielt mit der Verleihung der Reichs- unmittelbarkeit durch König Wenzel im Jahre 1396 immer grössere Bedeutung, bis es schliesslich 1806 zum souveränen Staat wurde, der sich zu unserem heutigen Staatswesen entwickelt hat. In zeitlicher Hinsicht sind alle Epochen der Geschichte bearbeitet worden: Vor- und Frühgeschichte, Altertum, Mittelalter, Neuzeit, Zeit- XXI
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.