die Talseite hin ein 60 cm breiter Ausbruch auf, der auf die Zerstörung einer ehedem in Verband gestandenen Mauer hinwies.53 Es war aber gegen Nordwesten hin keine Mauergrube zu finden. Jedenfalls musste die ganz offensichtlich zerstörte, 4,20 m lange Mauer ohne Verband an die Ostecke des Raumes 9 gestossen haben, wo ein kräftiger Tuffstein (486.95) die 65 cm hohe Ecke markierte (s. Profil GH, 10 — 14, Beilage V). — Die weitere innere, 3,60 m lange Begrenzung des Atriums über- nahm alsdann die nordöstliche Mauer des Raumes 9. Dieser Mauerzug war teilweise bis zu 90 cm Höhe erhalten, bestehend aus fünf Stein- lagen, in gelblichen Mörtel verlegt und teilweise mit plattigen Steinen im Ährenmusterverband geschichtet. Bei einer Fundamentstärke von 65 cm bemerkten wir nach ca. 60 cm Höhe (486.69/486.11 UK) auf der Mauerinnenseite zum Raum 9 hin die 10 cm breite Auflage des Suspen- sura-Bodens (s. Profil CD 6 — 10; GH 14 — 18, Beilage V). Bevor aber die südwestliche Begrenzung des Atriums die Westecke der Halle er- reichte, stiess, um die Mauerbreite auskargend (60 cm), die Nordecke des Risalitraumes 8 vor (486.68). Dieser Verstell von Mauerwerken ist eine Eigentümlichkeit der Mauertechnik, die man im Nendler Herren- haus immer wieder beobachten konnte. Im Bereich der Risaliträume 6 und 8 und der Portikus war (mit Ausnahme der Südwestmauer des Raumes 6) mit grauem Mörtel gearbeitet worden. Erwähnenswert erscheint der Fund eines grünlichen Laufsteines einer Handmühle, der als Spolie vermauert in der Westecke der Halle lag (Abb. 30, 53). Der Mühlstein misst 34 cm im Durchmesser, ist 9 cm dick und weist auf der Oberseite ein Loch von 4 cm Durchmesser und 5 cm Tiefe auf. Die Oberfläche steigt leicht konkav schwingend gegen die Eintiefung an; die Unterseite ist flach. Zweifellos stellt die Spolie einen Hinweis darauf dar, dass selbst der älteste Teil der Villa — und die Portikus gehört dazu — bereits mit vorangehenden Bauten rechnen muss. Eine 12,55 m lange und 60 cm breite, graugemörtelte Spannmauer, nur in einer Steinlage erhalten, schloss die Halle gegen die Portikus ab. In der Achse der Feuerstelle hin zum bergseitigen Eingang deuteten die 53 Samuel Jenny, a.a.O., 192, Fig. a; in Jennys Plänen ist diese Mauer als noch vorhanden eingezeichnet worden. 68
        

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