(Leitseil), und zum Anbinden des Pferdes wurde dort an einem Ring auf der Rückseite der «Zügel» befestigt, ein ca. 1.5 Meter langer Leder- riemen. Im Stall wurde das Pferd an der Krippe mit dem Zügel ange- bunden. Seltener sah man, dass über Nacht dem Pferd die Halftera abgenommen und ihm dafür ein leichter Riemen mit einem Zügel um den Hals gelegt wurde. Die Pferdegeschirre Spitzkummet Dies war die gebräuchliche Art von einem Rossgschir (Pferdege- schirr). Der Spetzkummat bestand aus den beiden oval zugeschnittenen Kummatschitter aus Hartholz, die mit ihrer Breitfläche nach vorn zeig- ten und auf der Innenkante und nach rückwärts mit dem Kummatlieb (Kummetleib) oder Underkummat verbunden waren. Der Kummatlieb war innen mit einem starken Leinenstoff überzogen und mit Stroh, Werg und Rosshaar gefüllt und mit einigen Einnähern versehen, um einen Luftzutritt zu ermöglichen. Nach rückwärts weitete sich der Kummatlieb um auf die Schulter und Widerrist des Pferdes eine mög- lichst grosse Auflagefläche zu erwirken. Aussen war der Kummatlieb mit Leder bekleidet und er endete oben in einer ca. 20 cm hohen etwas nach vorn geneigten Spitze. Die beiden Kummatschitter waren oben mit Leder miteinander verbunden, so dass der Kummat seitwärts ausein- ander gebogen werden konnte. Dies ermöglichte, dass dem Pferd der auseinandergezogene Kummat leicht über den Kopf oder, falls wegen Störrigkeit erforderlich, von oben über den Hals gelegt werden konnte. Nach dem Anlegen des Kummats wurden die beiden Kummatschitter miteinander fest verbunden, indem ein Eisenstift auf dem einen Kum- matschitt in eine Öse mit mehreren Löchern zum Verstellen am andern Kummatschitt gesteckt und mit einem Lederriemen oder Eisenstäbchen (Splinten) abgesichert wurde. Am obern Drittel der Kummatschitter war beidseitig ein Eisenring befestigt, durch den das Latsal (= Leitseil) durchgezogen wurde. Vorn an den Kummatschittern war die Brustkette festgemacht, durch welche die Habkette von der Tirksla mit dem Kum- mat verbunden wurde. Hie und da sah man auch auf den Kummat- schittern dekorative Beschläge aus Messingnägeln, und seitwärts am Kummatlieb waren Lederriemen mit Messingbeschlägen und Messing- anhängern angebracht, je nach Liebhaberei des Pferdebesitzers, den 94
        

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